Sport : Das Tor zur gehobenen Gesellschaft

Mainz 05 braucht ein 1:0 im Uefa-Cup gegen Sevilla

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Mainz Vor eineinhalb Jahren war der FSV Mainz 05 noch nicht einmal national in der ersten Klasse, jetzt könnten die Rheinhessen sogar international in eine gehobene Gesellschaft aufsteigen. Dazu brauchen die Mainzer mindestens einen Treffer. Ein 1:0 im Uefa-Pokalrückspiel am Donnerstag (20.30 Uhr, Konferenzschaltung mit dem Spiel Kopenhagen gegen Hamburg bei DSF) gegen den FC Sevilla würde reichen, um das Mainzer Fußball-Märchen mit dem Einzug in die lukrative Gruppenphase fortzuschreiben. „Wir haben eine großartige Ausgangsposition. Denn wir haben nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen“, sagte Trainer Jürgen Klopp vor dem Spiel, das vor einer Vereins-Rekordkulisse in der Frankfurter Commerzbank Arena ausgetragen wird. „Das wäre ein Meilenstein, von dem man in vierzig Jahren noch reden würde.“

Und die Bedingungen sind gut, nachdem sich die Rheinhessen im Hinspiel ein 0:0 erkämpft hatten. Während die Mainzer nach 339 torlosen Minuten zum Beginn der Bundesligasaison aus den vergangenen beiden Spielen mit vier Punkten wieder ihr Selbstvertrauen stärkten, warten die Spanier seit vier Spielen auf einen Sieg. Mit gerade einmal drei eigenen Toren aus insgesamt fünf Partien liegen die Andalusier auf Platz 15 der Tabelle. Angefeuert von voraussichtlich mehr als 30 000 Zuschauern – die bisherige Bestmarke liegt bei 24 000 aus dem Jahr 1965 (0:3 im DFB-Pokal gegen den 1. FC Nürnberg) – will der Bundesliga-16. seine „Riesenchance“ nutzen. „Wir können ihnen gefährlich werden. Sevilla hat Probleme beim schnellen Umschalten“, sagte Klopp, räumte aber mit einem respektvollen Schmunzeln ein: „Die können alle richtig kicken“. Allen voran Mittelfeldspieler Jesus Navas, mit dem der FSV im Hinspiel seine Mühe hatte, sowie der nach seiner Bänderverletzung wieder genesene argentinische Nationalspieler Javier Saviola.

Wer auf Mainzer Seite auflaufen wird, verriet Klopp noch nicht. Fit sind alle. Trotz des weniger als 48 Stunden später stattfindenden Ligaspiels bei Borussia Mönchengladbach will er aber niemanden schonen. „Es wäre eine Katastrophe, wenn wir uns dem nur halbherzig stellen würden“, betonte Klopp, der mit seinem Team über die Fairplay-Wertung in den Uefa-Pokal eingezogen war. Es geht schließlich auch um jede Menge Geld. Sollten die Mainzer tatsächlich die Gruppenphase erreichen, gibt es von der Uefa für jedes Heimspiel 260 000 Euro. dpa

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