• Das Trauma überwunden Die Berliner Eisbären siegen 5:4 bei ihrem Angstgegner Krefeld

Sport : Das Trauma überwunden Die Berliner Eisbären siegen 5:4 bei ihrem Angstgegner Krefeld

Hans-Gerd Schoofs

Krefeld. Manchem Spieler der Eisbären mag gestern Abend ein wenig mulmig zumute gewesen sein, als er das Eis in der Krefelder Rheinlandhalle betrat. Denn an die Heimatstätte der Pinguine haben Berliner nicht unbedingt gute Erinnerungen. An einem Sonntag im April fand dort die vergangene Saison der Deutschen Eishockey-LIga (DEL) für sie ein jähes Ende. Die als Titelfavorit gehandelten Berliner schieden nach einem 1:4 in Krefeld im Halbfinale der Play-offs aus. Krefeld wurde dann später Deutscher Meister. Es war ein unschönes Erlebnis für die Berliner, das sie aber verarbeitet zu haben scheinen: Gestern siegten sie 5:4 (3:2, 1:1, 1:1) in Krefeld. Die Berliner sind nun Tabellenzweite hinter Frankfurt.

Die Eisbären spielten in dieser Saison erstmals mit Stürmer Yvon Corriveau. Der Kanadier feierte vor 5009 Zuschauern in Krefeld ein gelungenes Comeback, auch wenn meist andere im Mittelpunkt standen. Etwa Kelly Fairchild, der schon nach 73 Sekunden eine Vorlage von Florian Keller zum 1:0 für die Eisbären nutzte. Das Tor fiel im Powerplay, wenig später schafften die Berliner ohne numerische Überlegenheit ihren zweiten Treffer durch Rob Shearer (6.). Als Steve Walker dann auf der Strafbank saß, erzielte Marc Beaucage den Anschlusstreffer (8.) für Krefeld. Nur sieben Minuten später verwerteten die Berliner zum zweiten Mal ein Überzahlspiel, wiederum Shearer traf. Kurz darauf war Krefeld in Überzahl dran: Pascal Appel überwand Berlins Torhüter Oliver Jonas.

Fünf Tore in einem Drittel, das war für den Anfang nicht schlecht. Allerdings glaubte Robert Müller zu wissen, worin die Torflut begründet lag: Der Krefelder Keeper hatte neue Beinschoner an. In der Pause wechselte Müller seine schwarzgelben Schienen und zog seine alten, schwarzweißen Schoner an. Das half offensichtlich. Müller wurde sicherer, Krefeld besser. Einem Tor von Jonas Lanier versagte Willi Schimm aber die Anerkennung, der Schiedsrichter hatte zuvor ein Foul gesehen. Im folgenden Powerplay erhöhte Denis Pederson auf 4:2 für die Eisbären (29.). Doch Rob Guillet schoss kurz darauf das dritte Krefelder Tor (33.).

Im Schlussdrittel begannen die Berliner furios, Keith Aldridge traf zum 5:3 für die Eisbären (45.). Drei Minuten vor Ende aber verkürzte Shayne Wright für die Krefelder, die dann Müller zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahmen. Es half ihnen nicht, die Berliner retteten ihren Vorsprung über die Zeit und sorgten so dafür, dass Pierre Pagé zufrieden war. „Krefeld hat gut gearbeitet, aber wir haben sehr gut dagegengehalten“, sagte der Eisbären-Trainer. Wie gesagt, nichts erinnerte gestern in der Rheinlandhalle an den April, als für die Eisbären die vergangene Saison so unglücklich endete.

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