Sport : Das traurige Ende für Werder

Bremen verliert 2:7 in Lyon und scheidet aus

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Lyon Vor dem Spiel hatte Thomas Schaaf noch Optimismus demonstriert. So, wie das ein Außenseiter in einer aussichtslosen Position im Fußball schon mal macht. „Wir werden offensiv spielen“, hatte der Trainer des SV Werder Bremen gesagt. „Aber natürlich auch nicht die Defensive vernachlässigen.“ Bei einem frühen Gegentor wäre der Versuch, das 0:3 gegen Olympique Lyon aus dem Hinspiel im Achtelfinale der Champions League aufzuholen, für den Deutschen Meister ja schon früh gescheitert. Wenige Minuten nachdem Schaaf dies gesagt hatte, musste Bremens Trainer erkennen, dass der Abend von Lyon einen ganz traurigen Verlauf für Werder nahm und vor allem Gegentore im Überfluss brachte. Die Franzosen führten schon nach einer Viertelstunde 2:0, siegten schließlich 7:2 (3:1).

Die Bremer wurden von Beginn an vor 35 000 Zuschauern im Stade Gerland vom aggressiven Gegner vor Probleme gestellt. Vor Wiltords frühem Führungstreffer nach acht Minuten, hatten die Franzosen bereits zwei gute Chancen. Und spätestens, nachdem der Ghanaer Essien Bremens Torwart Andreas Reinke mit einem Distanzschuss zum 2:0 überwinden konnte, hatten die Fans von Olympique ihre Freude an der Partie. Schließlich gab es auch alsbald das 3:0 zu feiern: Essien war wiederum der Torschütze, diesmal spielte der Ghanaer Reinke aus und setzte dann den Ball ins verwaiste Tor.

Immerhin, Werder wehrte sich noch ein wenig. Johan Micoud gelang noch in der ersten Halbzeit mit einem Schuss aus Nahdistanz das erste Bremer Tor gegen Lyon. Trotzdem stellte Werders Sportdirektor Klaus Allofs in der Pause fest: „Das ist hier eine Nummer zu groß für uns.“ So war es. Die zweite Halbzeit war für Lyon amüsant, für Werder dagegen eine Qual: Wiltord überwand Reinke noch einmal aus Nahdistanz zum 4:1 für die Franzosen. Nach einem Foul an Fabian Ernst konnte Valerien Ismael den berechtigten Strafstoß verwandeln. Immerhin hatten somit zwei Franzosen für Werder die Tore in Lyon erzielt. Was nichts daran änderte, dass das Ergebnis nach Toren durch Malouda, Wiltord und einen durch Berthod verwandelten Foulelfmeter noch richtig unfreundlich wurde.

Mit dem für ihn erlösenden Schlusspfiff verabschiedete sich der Deutsche Meister aus der Champions League. Das Wunder von Lyon hatte für die Norddeutschen, die in ihrer Vereinsgeschichte im Europapokal immer mal wieder für eine Überraschung gut gewesen waren, nicht stattgefunden. Im Gegenteil: Sie kassierten gestern in Lyon die höchste Europacup-Niederlage ihrer Klubhistorie. Tsp

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