Sport : Das Unrecht im Ergebnis Der FC Bayern lobt sich nach dem 1:2 in Turin

Günter Klein

Turin - Im Schlussspurt drehte der FC Bayern noch einmal gewaltig auf – und erreichte sein Ziel. Unbedingt wollte man im Mannschaftshotel in Turin noch vor Mitternacht ankommen, um mit Gerd Müller in dessen 60. Geburtstag hineinzufeiern. Mit Polizeieskorte und Fuß auf dem Gas glückte es: Um 23.55 Uhr am Mittwochabend hielt man an, fast pünktlich wurde angestoßen mit Müller und auf ihn, und im Ballsaal des Hotels erhob man sich zur Ovation für den „größten Spieler in der Geschichte unseres Vereins – trotz Franz Beckenbauer“, wie Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge sagte.

Der Endspurt im Stadio delle Alpi war den Bayern nicht so gelungen wie der über die Straßen Turins: In der 85. Minute hatten die Münchner das 1:1 aus der Hand gegeben. Martin Demichelis, der am Tag nach dem Spiel seinen Vertrag bis 2010 verlängerte, patzte, und David Trezeguet erzielte das 2:1. Unter dem Eindruck einer frischen Niederlage sind Feiern ein Wagnis: Verklärte Vergangenheit trifft auf nicht so strahlende Gegenwart. Rummenigge verhehlte nicht, dass im Bus Stille geherrscht habe – doch er wollte keine Tristesse aufkommen lassen. „Das Ergebnis war unkorrekt“, befand Rummenigge. Manager Uli Hoeneß hatte gar ein Spiel „auf allerhöchstem Weltklasseniveau“ gesehen: „Jeder Zweikampf war Überlebenstraining.“

In der Champions League stehen die Bayern mit neun Punkten unverändert gut da, der Restspielplan (Rapid Wien zu Hause, dann beim FC Brügge) spricht dafür, dass sie das Achtelfinale erreichen – nur Gruppenplatz eins hat sich ein wenig entfernt. Noch in der europäischen Nacht haben die Münchner den Blick wieder auf das Alltagsgeschäft, die Bundesliga, gerichtet, am Samstag ist das Spitzenspiel gegen Bremen. Und Rummenigge überraschte mit einem Wettangebot: „Da wird Roy Makaay treffen.“ 1079 Minuten sind inzwischen ohne Torerfolg des Holländers ins Land gezogen. Dennoch strahlt Rummenigge Gewissheit aus: „Als ehemaliger Stürmer sagt mir mein Gefühl: Am Samstag trifft Roy.“

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