Sport : Das verbindende Element

Benjamin Quiram

Ort: Schloss Bellevue, der Sitz des Bundespräsidenten. Der Rahmen war festlich. Dort, wo gut 24 Stunden zuvor Hausherr Johannes Rau den chinesischen Staatspräsidenten empfangen hatte, tummelte sich die Prominenz der deutschen Sportpolitik. Aus wichtigem Anlass: Vorgestellt wurde die neue Kampagne des Deutschen Sportbundes (DSB) unter dem Motto "Sport tut Deutschland gut: Beweg Dich!".

Die Kampagne solle die zentrale Rolle vermitteln, die der Sport für den einzelnen Menschen und die Gesellschaft einnimmt, sagte Manfred von Richthofen, Präsident des DSB. Neben Fernsehspots und Werbeplakaten verteilt der DSB an 88 000 Vereine ein Journal zur Kampagne, in dem Beispiele für das soziale Engagement der ehrenamtlich Tätigen vorgestellt werden. "Besonders das Ehrenamt wird in Deutschland zu wenig gewürdigt", sagte Bundespräsident Rau. Deswegen habe er auch gerne die Schirmherrschaft übernommen, denn Sport tue gut, weil er die Menschen zusammenbringe, über alle gesellschaftlichen Unterschiede hinweg. Rau, der als passionierter Skatspieler weiter auf die Anerkennung seines Lieblingssports hofft, kommt selbst meist nur noch im Urlaub auf den Ostfriesischen Inseln zu echter sportlicher Betätigung.

Dieses Problem haben die beiden anderen "Schirmherren" Monique Garbrecht-Enfeldt, Silbermedaillengewinnerin von Salt Lake City im Eisschnelllauf, und Rennrodler Georg Hackl nicht. Dabei ist "Hackl-Schorsch", wie er auch vom Bundespräsidenten liebevoll genannt wurde, von der Kampagne begeistert. "Beim Sport kann man lernen, dass man nur gemeinsam etwas erreichen kann", sagte der erfolgreichste Rennrodler aller Zeiten. Dies sei auch auf den Alltag und die Berufswelt übertragbar.

Georg Hackl hat verkündet, dass er nach Beendigung seiner Karriere als Trainer an der Basis arbeiten möchte. Mit derart prominenter Unterstützung kann die Kampagne dann ja eigentlich nur zu einem vollen Erfolg werden.

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