Sport : Das Verlierer-Gen

Stefan Hermanns

macht sich Sorgen um Borussia Mönchengladbach Es hat vor diesem Spieltag einige gute Gründe gegeben, warum sich Borussia Mönchengladbach zumindest ein bisschen Hoffnung auf einen Erfolg in München hat machen dürfen: zum Beispiel, dass den Bayern das Spiel gegen Chelsea noch in den Beinen und Köpfen steckte und dass es nur drei Tage bis zum Rückspiel sein würden. Es gab allerdings – neben Gladbachs traditioneller Harmlosigkeit in München – auch einen entscheidenden Grund, der gegen einen Erfolg sprach: dass einiges dafür sprach.

Wenn die Bayern im Besitz des Sieger- Gens sind, dann ist in den Gladbacher Erbanlagen das Verlieren eingeschrieben. Das Versagen zieht sich durch die Vereinsgeschichte, vor allem in jüngster Vergangenheit. Bei Hannover 96 zum Beispiel, das zu Hause fünfmal hintereinander verloren hatte, gegen Gladbach zur Pause 0:1 zurücklag – und 2:1 gewann. Oder gegen den VfL Bochum, der nach einer Serie von neun Auswärtsniederlagen im Borussia- Park antrat. Gladbach führte nach einer Stunde 2:0 – und kassierte in letzter Minute das 2:2. Durch ein Eigentor.

Die Disposition zum Verlieren hält selbst einem Erfolgstrainer wie Dick Advocaat stand, dessen Programm lautet: „Wo immer ich gearbeitet habe, hatte ich Erfolg.“ Er scheint Borussia Mönchengladbach nicht gekannt zu haben. Es hilft auch nichts, Spieler von ausgewiesenen Siegervereinen wie Wesley Sonck von Ajax Amsterdam oder Craig Moore von den Glasgow Rangers zu verpflichten. Bisher hat sich das Verlierer-Gen noch immer als dominant erwiesen. Und deshalb müssen die Gladbacher wie immer seit dem Aufstieg vor vier Jahren ernsthaft um den Verbleib in der Bundesliga zittern. Das nächste Spiel gegen Mainz wird von entscheidender Bedeutung sein, und es gibt einiges, was für die Gladbacher spricht: Noch nie haben sie gegen die Mainzer verloren, und die wiederum warten seit zehn Spielen auf einen Auswärtssieg.

Die Gladbacher sollten sich schon mal ein bisschen Sorgen machen.

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