Sport : „Das war über-, über-, überfällig“

Deutsche Degen-Fechterinnen bei der WM in Lissabon erfolgreich

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Lissabon (dpa). Mit ihren ersten Einzel-Medaillen bei einer Weltmeisterschaft haben die Degen-Fechterinnen Imke Duplitzer und Britta Heidemann den ersten Finaltag der WM für den Deutschen Fechter-Bund eröffnet. Bei den 57. Titelkämpfen in Lissabon holte die 27-jährige Duplitzer am Sonntag Silber, die acht Jahre jüngere Heidemann aus Leverkusen schaffte den dritten Platz. Erst im Finale musste sich Duplitzer der bis dato unbekannten Südkoreanerin Hee Hyun mit 11:15 geschlagen geben. Zuvor hatte die 25-jährige die Weltranglisten-Erste Laura Flessel aus Frankreich und Britta Heidemann bezwungen.

In der Runde der besten vier deklassierte Duplitzer die zehn Jahre jüngere rumänische Junioren-Weltmeisterin Ana Branza mit 15:6. Bei ihrer achten WM-Teilnahme präsentierte sich die gebürtige Karlsruherin nach leichten Startschwierigkeiten souverän. Die Zusammenarbeit mit einer Psychologin machte sich bezahlt. Sie behielt die Nerven und reicherte ihre Sammlung (drei Mal Mannschafts-WM-Silber, Gold bei Militär-WM und Gold bei EM 1999) mit der lang ersehnten WM-Einzelmedaille an. „Diese Medaille war über-, über-, überfällig“, jubelte auch Damendegen-Bundestrainer Manfred Kaspar. In einem packenden Gefecht musste sich die 19-jährige Heidemann im Halbfinale Hyun geschlagen geben. Erst im „Sudden Death“, als jeder Treffer den Sieg bedeutete, verlor die Rheinländerin 8:9.

Das WM-Debüt der 19-jährigen Marijana Markovic endete dagegen in der ersten Finalrunde. Die Leverkusenerin verlor denkbar knapp mit 14:15 gegen die später von Duplitzer bezwungene Nadina Conrad aus der Ukraine. Dabei bestätigte die Nachwuchsfechterin jedoch das Vertrauen des Bundestrainers. Mit Katja Nass hatte zudem eine Routinierin das Nachsehen in der Runde der Top 64. Die 33-jährige Offenbacherin unterlag der ehemaligen Europameisterin Sanqita Tripathi (Frankreich) mit 11:15. „Ich bin aber sehr zufrieden, wir konnten ja nicht davon ausgehen, dass alle vier weiterkommen“, sagte Kasper.

Säbelfechter enttäuschend

Die Chance auf Medaillen verspielten die enttäuschenden Säbelfechter. Immerhin auf dem fünften Rang landete der Koblenzer Dennis Bauer. Mit 10:15 verabschiedete sich der 21-Jährige im Achtelfinale gegen den Rumänen Mihail Covaliu. Schon in der Runde der besten 64 hatte es seine deutschen Kollegen erwischt. Nach seiner weißen Weste in der Qualifikation konnte der Eislinger Harald Stehr keine weiteren Glanzpunkte setzen und wurde 35. Vereinskollege Michael Herm kam nicht über den 48. Platz hinaus.

Die Erwartungen nicht erfüllen konnte auch Alexander Weber aus Tauberbischofsheim mit dem 57. Rang. Den Titel verteidigte der Russe Stanislaw Pozdniakow durch ein 15:12 gegen Julien Pillet (Frankreich).

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