Sport : Das weiß-gelbe Trikot

Dortmund siegt 6:2 bei Union, doch die Fans sind sauer

Karsten Doneck

Berlin - „Borussia bleibt Schwarzgelb“, verkündete trotzig ein Spruch auf einem Transparent im Gästeblock. Trotzig, weil diese Einschätzung zurzeit nicht ganz der Realität entspricht. Das gewohnte Farbenspiel bei Borussia Dortmund weicht zur neuen Saison einer etwas softeren Linie: Die frisch angeschafften Trikots des Fußball-Bundesligisten leuchten jetzt nur noch blassgelb und haben weiße Streifen. Die BVB-Fans erzürnt das sehr, wie die zahlreichen Transparente im traditionellen Schwarzgelb beim mit 6:2 (3:1) gewonnenen Testspiel beim Berliner Regionalligisten 1. FC Union gestern im Stadion an der Alten Försterei verrieten.

Zur Beruhigung in der Dortmunder Fanszene trägt wohl auch kaum bei, dass der Trikotsponsor, der Essener Energie- und Chemiekonzern RAG, sein Logo erst im Herbst auf die Sporthemden drucken lassen wird. Derweil ziert die Brust der Borussen-Profis ein gelbes Ausrufezeichen auf einem grünen, rechteckigen Untergrund. Um das zu begreifen, ist offenbar schon ein gewisser Kunstverstand vonnöten. Das aktuelle Logo ist schließlich von einem Künstler entworfen worden, und zwar von dem im Ruhrgebiet recht populären Otmar Alt.

So wenig die Trikots auch Anklang bei den rund 300 Dortmunder Fans unter den insgesamt 6067 Zuschauern in der Wuhlheide fanden: Auf dem Rasen mühten sich die Profis der Borussia nach Kräften, dem Anhang nicht auch noch Anlass zur Kritik an den sportlichen Leistungen zu liefern. „Wir waren spielbestimmend, haben den Ball gut laufen lassen“, stellte BVB-Trainer Bert van Marwijk fest. Zwei frühe Tore von Florian Kringe leiteten das Spiel schnell in die erwarteten Bahnen. Als der Schweizer WM-Teilnehmer Alexander Frei kurz vor der Pause auf 3:0 erhöhte, begann der Bundesligist mit gedämpfter Kraft sein Schaulaufen. Smolarek, erneut Kringe mit seinem dritten Treffer an diesem Tag sowie Amoah erzielten die weiteren Tore der Dortmunder.

Der 1. FC Union hielt mit Tapferkeit dagegen. „Die Gegentore fielen immer wieder, ich glaube allein vier Mal, durch die Mitte“, ärgerte sich Union-Trainer Christian Schreier. „Das sind Fehler, die müssen wir abstellen.“ In 14 Tagen startet Union mit einem Auswärtsspiel im Jahnsportpark gegen Hertha BSC II in die neue Saison. Mit seinem Angriff dagegen konnte Schreier durchaus schon zufrieden sein. Vor allem mit Karim Benyamina, der gegen Dortmund zum 1:3 (43.) und zum 2:6 (65.) traf. „Ich wusste schon vorher, dass der Benyamina einen großen Sprung machen würde“, sagte Schreier und wollte dann seiner Abwehr angesichts der Stärke der gegnerischen Offensive auch keinen allzu großen Vorwurf mehr machen. „Das sind ja bei denen keine Eierfeilen da vorne.“

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