Sport : Das Wetter für Wetter

Waldpark überrascht auf nassem Derby-Boden

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Alles auf die 12. Wer in Hamburg auf Waldpark setzte, lag richtig. Foto: dpa
Alles auf die 12. Wer in Hamburg auf Waldpark setzte, lag richtig. Foto: dpaFoto: dpa

Der Regen hatte aufgehört, doch das änderte auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn auch nichts mehr. Das Geläuf war längst aufgeweicht und schwer. Doch genau darauf hatten beim 142. Deutschen Derby einige gehofft, allen voran der englische Fußball-Star Michael Owen. „Das sollte für mein Pferd gut passen“, sagte der Stürmer von Manchester United. So dachten vor dem mit einer halben Million Euro dotierten Rennen für dreijährige Pferde über 2400 Meter auch die meisten Wetter, sie ließen Owens Pferd Brown Panther zum großen Favoriten werden. Doch Geld bekamen sie für ihren Einsatz nicht. Zwar hatte Brown Panther nach dem Start vor 15 500 Zuschauern in dem 18 Pferde umfassenden Feld die Führung übernommen und diese Position bis in die Schlussphase gehalten, doch auf der Zielgeraden musste er vier Gegnern den Vortritt lassen.

Am stärksten erwiesen sich zwei Pferde von Trainer Andreas Wöhler. Mit zwei Längen Vorsprung siegte der braune Hengst Waldpark mit dem 39 Jahre alten Jockey Jozef Bojko vor Earl of Tinsdal mit Eduard Pedroza. „Im Schlussbogen war ich schon überlegen, Probleme hatte ich eigentlich nie“, sagte der gebürtige Slowake Bojko, der seit 1992 in Deutschland reitet. Sein Glück war es, dass sich Pedroza als erster Jockey im Wöhler-Stall für ein anderes Pferd entschieden hatte. Hinter dem Duo belegten Saltas mit Andrasch Starke und Mawingo mit Adrie de Vries die Plätze drei und vier. Letzterer lief als Viertplatzierter zwar noch 30 000 Euro ein (der Sieger bekam 300 000 plus 175 000 Besitzerprämie), doch die große Enttäuschung für das Erfolgsgestüt Schlenderhan konnte er damit nicht überdecken. Fünf Pferde hatte Trainer Jens Hirschberger aufgeboten, was es vor 60 Jahren letztmalig bei einem Deutschen Derby gegeben hatte.

Zum kleinen Kreis der Favoriten gehörte ursprünglich auch der Hoppegartener Gereon von Trainer Christian Zschache. Lange lag er auch sehr aussichtsreich im Rennen, konnte dann aber auf der Zielgeraden den Anschluss nicht mehr halten. Am Ende kam der Braune auf den zehnten Platz. Zschache wollte hinterher zwar nicht von einer Enttäuschung sprechen, aber ein Rat seines Jockeys John Patrick Murtagh machte ihn dann doch nachdenklich.

„Ich glaube, die 2400 Meter sind für Gereon zu lang“, sagte der Ire, „ich wollte ihn in der Schlussphase nach vorn bringen, aber das Pferd hatte da nichts mehr hinzuzusetzen.“ In Hamburg war Gereon bei seinem sechsten Start erstmals über diese lange Distanz gelaufen.

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