Das Wort zum Spieltag : AUSBILDUNGSVEREIN

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Simon Brandstetter (23 Jahre), Nicolas Höfler (23) und Erich Sautner (21) schlottern in diesen Tagen vielleicht etwas die Knie. Sie wechseln zur neuen Saison aus der Zweiten und Dritten Liga zum SC Freiburg – und haben dann womöglich die Champions-League-Hymne in den Ohren. Live.

Freiburg ist ein Ausbildungs- verein. Das betonen sie dort oft genug. Und so ist es eine der größten Sensationen der auslaufenden Spielzeit, dass der kleine Sportclub aus dem Breisgau mit einem letzten Sieg gegen Schalke Einzug erhält in die große weite Fußballwelt.

Für die unbekannten Neuzugänge würde dies zugleich Fluch und Segen bedeuten. Welcher Politikstudent würde schon ohne Umwege Kanzler werden wollen, können, dürfen? Im Schatten der etwas Größeren zu lernen, entdeckt zu werden, das war ihr Ansinnen. Doch gleich auf die größtmögliche Bühne? Eben noch in unserem Mini-Lädchen, jetzt schon in der Champions League?

Einige wichtige Säulen aus der Mannschaft von SC-Trainer Christian Streich haben ihre Ausbildungszeit bereits für beendet erklärt und verlassen den Verein nach der Saison. Jeder von ihnen wird sich tabellarisch verschlechtern. Doch wer hätte schon ahnen sollen, dass sie erst noch kommt in Freiburg, die ultimative Meisterprüfung?

Für Streich bedeutet das nicht weniger Arbeit. Der geradeause Fußballlehrer, der seinen Ausbilderschein beim SC langfristig verlängerte, sprach neulich noch von einem „Kampf, Jahr für Jahr so viel Qualität zu erarbeiten, dass wir in der Ersten Liga bleiben“. Auf Brandstetter,Höfler und Sautner warten in der neuen Saison nun aber ungleich höhereAufgaben. Live. Benjamin Apitius

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