Das Wort zum Spieltag : INTERMEZZO

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Im Fußball-Geschäft hat das Intermezzo – besonders das von Trainern – einen eher zweifelhaften Ruf. In der Musik hingegen wird es sehr gern gesehen und gehört. In der italienischen Oper wurden Intermezzi zwischen den einzelnen Akten aufgeführt, für die Zuschauer stellen die Sing- und Tanzeinlagen eine komödiantische Abwechslung zwischen den Akten einer Tragödie dar. Im Intermezzo schlägt somit die große Stunde der Clowns und Hanswurste, dem Publikum wird auf der Bühne gute Laune und Heiterkeit vorgegaukelt, während hinter den Kulissen größere Umbauarbeiten vorgenommen werden können. Man kann beim Intermezzo also auch von einer Art Scheingefecht sprechen, mit dem Phasen des Leerlaufs und des Stillstands kaschiert werden. Eng verwandt mit dem Intermezzo ist das Interludium: ein Instrumentalstück, das mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun hat und in dem bisweilen nach Herzenslust improvisiert werden darf. Moderne Nachfolger des Interludiums sind wiederum die Interludes oder Skits, die man auf Pop-, Rap- und Rockalben findet und in denen sich Künstler gerne in bedeutungsschweren Andeutungen, wirren Witzeleien und allgemeiner Rätselhaftigkeit ergehen. Die Pop-Gruppe Abba hat 1975 auf der B-Seite ihres dritten Studio-Albums sogar einen Song mit dem Namen Intermezzo No. 1 veröffentlicht. Im Gegensatz zum eingängigen Hauptwerk der Schweden hat das Stück einen eher psychedelisch-

verstörenden Charakter. All diese Informationen haben natürlich mit Hertha BSC wenig zu tun. Auf der anderen Seite der Abba-Platte finden sich übrigens die Stücke S.O.S. und Mamma Mia, Waterloo erschien bereits 1974. Lars Spannagel

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