Das Wort zum Spieltag : NACHSPIELZEIT

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Das hat ein Nachspiel. Foto: dpa
Das hat ein Nachspiel. Foto: dpaFoto: picture alliance / dpa

Ein Spiel dauert... nee, längst nicht mehr. Oder besser: längst mehr. Oft dauert es 92 Minuten und 17 Sekunden – etwa bis zum finalen Traumator gegen die Bayern 1999 oder bis zum Moment, an dem sich Joachim Löw an einem Schwedenhappen verschluckte. Man kann darüber sinnieren (und philosophieren), warum diese Spiele sich exakt zur gleichen Nachspielzeit in ihr Gegenteil wendeten. Aber das würde diesen Text in die Länge ziehen (schon alle Einschübe in Klammern tun das). Wichtiger ist: Warum wird die Extraportion Spiel immer wichtiger? Oder besser: wichtiger genommen. Nachspielzeit wird im Stadion angezeigt und angesagt, und wenn sie nicht in aller Ruhe ablaufen darf, hat das ein laaaaaaaaanges Nachspiel; wie bei Herthas Relegationsfarce in Düsseldorf. Früher pfiff der Schiedsrichter einfach ab, wann er wollte – gerne auch früher. 1975, Bremen gegen Hannover: Wolf-Dieter Ahlenfelder hat die Abseits- gegen eine Alkoholfahne getauscht. Sein Halbzeitpfiff ertönt in der 32. Minute. Nach Protesten geht’s weiter, aber nur über kurz statt lang, und Ahlenfelder sagt hinterher: „Wir sind Männer und trinken keine Fanta.“ Trockener im Abgang sind die schön späten Siege. Köln drehte nun in Liga zwei ein 0:2 in Regensburg. Die Tore fielen in der 87. und 90. Minute. Und nach 92 Minuten und... wie viel Sekunden? Schluss jetzt! Robert Ide

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