Das Wort zum Spieltag : SCHNICK- SCHNACK-SCHNUCK

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Wer bringt den Müll runter?

Wer macht den Abwasch?

Wer geht zur Tanke und holt

die nächste Runde Bier?

Bei nicht gerade lebenswichtigen aber gleichwohl existenziellen Fragen hilft meist nur das Spiel Schnick-Schnack-

Schnuck. Egal, ob man es Stein-Schere-Papier nennt oder gar Tsching-Tschang-Tschong: Die drei universell verständlichen Gesten helfen Menschen auf der ganzen Welt, kleinere Streitigkeiten zügig,

fair und ohne Blutvergießen auszutragen. Umso bezeichnender ist es, dass die Bayern-Profis Toni Kroos und Franck Ribéry gegen Hertha auf diese Weise ausknobelten, wer beim Stand von 3:0 einen Freistoß schießen dürfe. Die Botschaft der Geste war klar: Wir haben Spaß und nehmen unsere Arbeit nicht so ernst, außerdem ist es bei diesem Gegner sowieso egal, wer schießt. Kroos ballte seine Finger zur Faust („Stein“), Ribéry präsentierte eine offene Handfläche mit ungelenk abgespreizten Fingern („Papier“). Da Papier bekanntermaßen Stein einwickelt, durfte der Franzose den Freistoß in die Mauer treten. Bayern-Sportdirektor Nerlinger kritisierte das Spielchen nach dem Abpfiff zwar als respektlos, man muss Ribéry und Kroos allerdings zugutehalten, dass sie auf das ohnehin überschätzte Spiel-Element „Brunnen“ verzichteten. Das nämlich hätte man angesichts der immer tiefer fallenden Hertha dann wirklich als Bosheit auslegen

können. Lars Spannagel

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