Das Wort zum Spieltag : WIEDERHOLUNGS- TÄTER

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Schieß’s noch einmal, Aaron! Foto: dpa
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Marko Pantelic hat es in seiner Blüte bei Hertha BSC mal geschafft, auf ein paar Wochen verteilt vier Elfmeter hintereinander zu verschießen. Der Argentinier Martin Palermo brachte es mal auf drei in einem Spiel, 1999 bei der Copa America gegen Kolumbien. Der traurigste, obwohl erfolgreiche Wiederholungstäter vom Elfmeterpunkt war Asamoah Gyan. Hätte er vor zwei Jahren in Südafrika gegen Uruguay nicht nur im Entscheidungsschießen getroffen, sondern auch bei seinem ersten Versuch in den Schlusssekunden der Verlängerung – seine Ghanaer wären als erste afrikanische Mannschaft in ein WM- Halbfinale eingezogen. Der zweite Spieltag der Bundesliga hat nun am Samstag einen neuen Typus des Wiederho- lungstäters geboren. Den des strahlenden, erfolgreichen, gefeierten. Der Bremer Aaron Hunt verschluderte in der ersten Halbzeit des Nordderbys seinen Strafstoß bemerkenswert einfallslos gegen Hamburgs Torhüter René Adler. Als später abermals auf Elfmeter für Werder entschieden wurde, war eigentlich nur klar, wer ihn auf keinen Fall schießen würde. Dann aber kamen die Kollegen zu Hunt, sie klopften ihm auf die Schulter, redeten auf ihn ein und drückten ihm den Ball in die Hand. Hunt zur Wiederholungs- tat zu überreden, war der erste Teil des Bremer Resozialisie- rungsprojekts. Der zweite bestand darin, den stolzen Österreicher Marko Arnautovic zum Verzicht zu bewegen. Den dritten Teil musste Hunt selbst übernehmen, es gelang ihm mit der Exekution zum wegweisen- den 1:0. Und das, obwohl er, ganz Wiederholungstäter, ziemlich genau dorthin gezielt hatte wie beim ersten Versuch. Wieder war Adler ins richtige Eck geflogen, auch er ein notorischer Wiederholungstäter. Aber kein strahlender, erfolgreicher, gefeierter. Sven Goldmann

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