Das Wort zum Spieltag : WINTERLOCH

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Es ist nicht so bekannt wie sein sommerlicher Verwandter, dafür aber umso trostloser – das Winterloch. Und wieder stellt sich die Frage: Wer stopft es? Lothar Matthäus? Felix Magath? Peter Neururer? Nein, diesmal übernimmt Joseph Blatter. Der Fifa-Präsident verglich den Stadionbesuch mit dem Gang in die Oper oder zum Konzert und forderte deshalb, Saufen und Rauchen beim Fußballschauen zu verbieten. „Fußball ist ein Kulturgut. Deshalb müssen wir Alkohol und Tabak aus den Stadien nehmen. Ich habe noch nie gesehen, dass jemand im Konzertsaal oder in der Oper trinkt und raucht.“ Seine Schnapsidee verkündete Blatter auf einer Gala für Walliser Wein – muss ein schlechter Jahrgang gewesen sein. Doch es gibt Alternativen zu den verbalen Winterlochfüllern: In England, Frankreich und Italien wird durchgespielt. In Südafrika startet Mitte Januar der Afrika Cup – los geht’s mit den Straßenfegern Südafrika gegen Kap Verde und Angola gegen Marokko. Bereits im Dezember kann auf Schalke wieder über Treffer gejubelt werden. Denn Biathletin Magdalena Neuner verabschiedet sich beim munteren Scheibenschießen und Weglaufen vom Wintersportzirkus. Ob Huub Stevens auch eine Ehrenrunde in der Halle dreht, bleibt offen. Auch in Berlin gehts rund: Die Max-Schmeling-Halle zeigt am 12. Januar alte Meister: Dabei sind die Traditionsmannschaften von Real Madrid, Hertha BSC und Union Berlin. Erträglicher macht all die winterlichen Lückenfüller der ein oder andere Schluck. Um Blatters Ideen zu verdauen, müssten es einige mehr sein. Jan Mohnhaupt

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