• DAS SPIEL MEINES LEBENS: KLAUS TÄUBER: 18.5.1988: Bayer Leverkusen - Espanyol Barcelona 3:2 i.E. Klaus Täuber, 54, Trainer

DAS SPIEL MEINES LEBENS: KLAUS TÄUBER : 18.5.1988: Bayer Leverkusen - Espanyol Barcelona 3:2 i.E. Klaus Täuber, 54, Trainer

Foto: picture-alliance / augenklick/fi
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Aufgezeichnet von Andreas Bock.

Den Tag, an dem wir den Uefa-Cup gewannen, würde ich gerne noch einmal erleben. Dieses Spiel war definitiv eines der intensivsten, das ich je erlebt habe. Was an diesem Abend im Ulrich-Haberland-Stadion abging, war absolut phänomenal. Die Vorzeichen vor dem Rückspiel im Finale gegen Espanyol waren alles andere als gut: Bis zum Hinspiel in Spanien hatten wir kein einziges Auswärtsspiel verloren – und kamen plötzlich mit 0:3 unter die Räder. Das war wirklich surreal. Wir hatten bis dahin so viel erreicht, plötzlich schien alles verloren. Während des Rückflugs liefen mir die Tränen über die Wangen. Doch je näher das Rückspiel kam, desto mehr kamen wir wieder auf die Beine. Wir kannten ja all die Fußballwunder, die es in der Vergangenheit gegeben hatte. Und wir stachelten uns gegenseitig an, auch wenn wir wussten, dass solche Aufholjagden nur alle hundert Jahre von Erfolg gekrönt sind. Es gab von der ersten Minute an nur eine Richtung: auf das Tor der Spanier. Und wir hatten in der ersten Hälfte auch viele Chancen; aber ein Tor wurde nicht gegeben, und Bum Kun Cha traf nur den Pfosten – 0:0 zur Pause. Aber der Glaube war immer noch da. Ab der 46. Minute gab es dann kein Halten mehr: Wir stürmten, stürmten, stürmten und stürmten. Nach meiner Einwechslung standen vier Stürmer auf dem Feld, und wir wurden belohnt: Bum Kun Cha erzielte wenige Minuten vor Ende des Spiels das 3:0. In der Verlängerung passierte nichts. Am Ende lagen wir mit Krämpfen auf dem Rasen, halbglücklich, wir waren ja sensationell zurückgekommen, nun lag es nur noch an uns – und dann verschoss Ralf Falkenmayer gleich den ersten Elfmeter. Das war wie ein Schlag ins Gesicht. Doch die Latte und Rüdiger Vollborn brachten uns noch einmal zurück. Und als ich dann den Elfer zum 3:2 verwandelte und der Spanier verschoss – ich war so euphorisiert, so endorphingeschüttelt! Diesen Tag! Noch einmal erleben! Das wär’s wirklich!

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