• DAS SPIEL MEINES LEBENS: MARKUS FELDHOFF: 09.03.1997 Bayer Leverkusen - Bayern München 5:2 Markus Feldhoff, 37, Fußballer

DAS SPIEL MEINES LEBENS: MARKUS FELDHOFF : 09.03.1997 Bayer Leverkusen - Bayern München 5:2 Markus Feldhoff, 37, Fußballer

Foto: picture alliance / dpa

Aufgezeichnet von Andreas Bock.

Drei Tore in einem Spiel! Gegen den großen FC Bayern! Ich war stolz wie Oscar! Ich besorgte mir bald darauf diese 90 Minuten auf Video, doch irgendjemand überspielte die Kassette dann. Ich vermute meine Kinder – die sind beide Bayern-Fans. Ich habe zwar noch den Moment vor Augen, wie ich gegen die Bayern das 5:2 mache, wie ich in der 90. Minute ausgewechselt werde und 20 000 Fans aufstehen und applaudieren. Doch ich verließ das Spielfeld wie im Traum, wurde förmlich hinaus getragen. Normalerweise wäre ich gar nicht erst aufgelaufen, Ulf Kirsten und Erik Meijer waren im Sturm gesetzt. Unser Trainer Christoph Daum entschied sich trotzdem anders. Ein taktischer Kniff, denn die Bayern waren überrascht, dass wir mit nur einem Stürmer antraten, der auch noch Markus Feldhoff hieß. Doch wir spielten von Beginn an unglaublich guten Fußball. Das ist ja das Schöne im Sport: Plötzlich machst du Dinge, die niemand von dir erwartet hätte. Plötzlich platzt da ein Knoten. In dem Moment, in dem er platzt, weißt du gar nicht, wie das passiert ist. Nach unseren drei Toren in der ersten Hälfte waren die Bayern richtig gelähmt. Doch dann kamen sie noch einmal heran. Und ich war bereits so viel gelaufen – ich war im Grunde schon kaputt, als das 3:2 für die Bayern fiel. Zehn Minuten vor dem Ende gelang mir doch noch mein zweites Tor. Kurz darauf erkämpfte sich Zé Elias den Ball und schlug einen langen Pass nach vorne. Thomas Helmer wollte auf Abseits spielen, doch er kam zu spät raus. Und plötzlich stand ich ganz alleine vor Oliver Kahn. Ich ging links vorbei und schob den Ball mit der linken Innenseite ins Tor. Ich traf den Ball gar nicht richtig, denn Helmer hatte wieder Boden gut gemacht und attackierte mich von hinten. Doch der Ball trudelte bereits ins Tor – wie in Zeitlupe. Glücklicherweise laufen in regelmäßigen Abständen die Bundesliga-Classics im Fernsehen. Und meine Freunde rufen mich immer rechtzeitig an, wenn die Saison 1996/97 gezeigt wird.

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