• DAS SPIEL MEINES LEBENS: MASSIMILIAN PORCELLO: 20.11.2006, Karlsruher SC – Hansa Rostock 4:4 Massimilian Porcello, 32, Fußballer

DAS SPIEL MEINES LEBENS: MASSIMILIAN PORCELLO : 20.11.2006, Karlsruher SC – Hansa Rostock 4:4 Massimilian Porcello, 32, Fußballer

Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Aufgezeichnet von Dirk Gieselmann.

Schon als kleiner Junge habe ich wie ein Wahnsinniger Freistöße trainiert. Ich stellte mir einen Kumpel in den Kasten und hielt aus allen Lagen drauf. Später habe ich dann oft allein trainiert und versucht, den Ball einfach nur in den Winkel zu jagen. Auch heute noch trainiere ich Freistöße exzessiv. Und als ich damals für den Karlsruher SC spielte, hatte ich genau den richtigen Trainer, der mir viel Selbstbewusstsein schenkte und mir immer den Rücken stärkte. Edmund Becker sagte: „Du kannst Freistöße schießen, dann versuch es auch! Wenn der Ball in die Wolken geht, probierst du es halt beim nächsten Mal wieder.“ Und trotzdem hatte im Spiel gegen Hansa Rostock wahrscheinlich niemand damit gerechnet, dass ich einen Freistoß aus 45 Metern direkt aufs Tor schießen würde. Ich selbst vielleicht auch nicht. Denn ich habe ja erst noch geschaut, es hat sich aber niemand von meinen Mitspielern angeboten. Ein Querpass war mir dann zu blöd. Ich schaute kurz auf, sah Matthias Schober im Kasten der Rostocker und dass er keine Mauer gestellt hatte. Also nahm ich all meinen Mut zusammen und lief an. Schon mein ehemaliger Trainer aus Bielefelder Zeiten, Hermann Gerland, sagte immer zu mir: „Du hast einen Schuss wie ein Pferd.“ Aber Kraft allein reicht nicht. Der Ball braucht ein gewisses Tempo. Sonst fängt er nicht an zu flattern. Und wenn man den Ball nicht am richtigen Punkt trifft, geht er zur Eckfahne oder drei Meter übers Tor. Gegen Rostock aber hatte ich ihn optimal getroffen. Das spürte ich sofort. Und der Ball floooooog und floooooog, behielt die richtige Höhe, fing dann an zu flattern, und als ich sah, dass der Schober da nicht mehr rankommt, dachte ich nur: „Das ist ja unglaublich! Der geht rein! Der geht wirklich rein!“ Ich bin dann wie ein aufgescheuchtes Huhn zur Auswechselbank gerannt und habe gerufen: „Habt ihr das gesehen? Habt ihr das gesehen?“ Ich bin heute noch sehr stolz auf dieses Tor. Es war ein großartiger Schuss!

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