• DAS SPIEL MEINES LEBENS: ROY PRÄGER: 11. 09. 1999, Hamburger SV – Hertha BSC 5:1 Roy Präger, 41, Sportschulenleiter

DAS SPIEL MEINES LEBENS: ROY PRÄGER : 11. 09. 1999, Hamburger SV – Hertha BSC 5:1 Roy Präger, 41, Sportschulenleiter

Foto: picture-alliance/ dpa

Die Berliner Fans und meine Person hatten eine ziemlich intensive Vergangenheit. Gegen Hertha habe ich eigentlich immer ein Tor gemacht. Und so wurde ich vor dem Spiel mit „Präger, du Arschloch“ begrüßt. Nett, oder? Aber so etwas motiviert mich ja nur noch mehr. Außerdem war ich neu in Hamburg und wollte eh allen beweisen, dass der HSV mit Roy Präger einen guten Kauf gemacht hatte. In meinem ersten Spiel hatte ich gegen die Bayern getroffen, gegen Stuttgart wurde mir zu Unrecht ein Tor aberkannt. Und dann kam Hertha. Nach Bernd Hollerbachs Tor lagen wir schon früh mit 1:0 vorn. Kurz darauf hatte ich dann meine erste Szene, der Ball war schon an Herthas Torhüter Gabor Kiraly vorbei und kullerte in Richtung Tor. Dann kam plötzlich noch Tony Yeboah von irgendwoher und trat den Ball über die Linie. Abseits! Wenig später dann dieser tolle Pass von Rodolfo Cardoso, genau in meinen Lauf – und ich musste dem Kiraly den Ball nur noch durch die Beine schieben. Was für eine Genugtuung! Ich rutschte den Hertha-Fans auf Knien entgegen. Kurz vor der Pause kam es dann zum Laufduell mit Sixten Veit, ich rannte und rannte und haute den Ball mit der Pike irgendwie ins Tor. Wahnsinn! Ich lief erneut zu den Hertha-Fans und hielt die Hand hinter mein Ohr. Sie kochten vor Wut und brüllten wieder und wieder: „Präger, du ...“. Dieses Bild von mir war dann später riesengroß auf Plakaten vom NDR überall in Hamburg zu sehen. Ein Poster habe ich sogar noch in meinem Zimmer hängen. Kurz nach dem Seitenwechsel hielt Hans-Jörg Butt einen Strafstoß von Michael Preetz, und kurz darauf fiel mein drittes Tor! Mehdi Mahdavikia hatte mir den Ball vor dem Tor so maßgenau aufgelegt, dass ich ihn nur noch einschieben musste. Ich küsste ihm vor Glück die Füße –, denn häufig passierte das nicht, dass dir ein Mitspieler den Ball so uneigennützig vorlegt. Drei Tore vom Arschloch! In einem Spiel! Das habe ich danach nie wieder geschafft.

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