• DAS SPIEL MEINES LEBENS: SØREN LERBY: 13. 11. 1985, VfL Bochum - Bayern München 1:1 n.V. Søren Lerby, 54, Spielervermittler

DAS SPIEL MEINES LEBENS: SØREN LERBY : 13. 11. 1985, VfL Bochum - Bayern München 1:1 n.V. Søren Lerby, 54, Spielervermittler

Foto: picture-alliance/ dpa

aufgezeichnet von Benjamin Apitius

Heutzutage ist es unvorstellbar, dass Spieltage von National- und Vereinsmannschaften auf einen Tag fallen. Aber an diesem Nachmittag musste Dänemark noch einen Punkt in Irland holen, damit wir uns für die WM in Mexiko qualifizierten. Und abends ging es im Achtelfinale des DFB-Pokals mit dem FC Bayern nach Bochum. Ich wollte unbedingt beiden Mannschaften helfen, genauso wie beide Mannschaften nicht auf mich verzichten wollten. Uli Hoeneß hatte schließlich den verrückten Gedanken, ich solle einfach beide Partien spielen. Wir könnten doch nach dem Spiel mit dem Flieger aus Dublin direkt weiter nach Bochum jetten. Das war natürlich nur wegen der Zeitverschiebung denkbar. Nationaltrainer Sepp Piontek versicherte den Bayern, mich bei einem guten Spielstand sofort auszuwechseln, und auch Bayern-Trainer Udo Lattek ließ sich auf diesen Kompromiss ein. In Dublin hieß es dann zur Pause 1:1, doch Piontek sagte zu mir, er könne mich jetzt noch nicht auswechseln. Uli Hoeneß stand an der Seitenlinie und schaute verzweifelt auf die Uhr. In der 58. Minute schossen wir schließlich das 3:1, und ich durfte endlich vom Platz. Es war bereits viertel nach vier und ich rannte aus dem Stadion und sprang in das Auto zum Uli. Es wurde ein Wettlauf gegen die Zeit. Die irische Polizei eskortierte uns zum Flughafen. Nach der Landung rasten wir dann im Porsche Richtung Bochum. Und vor dem Ruhrstadion gerieten wir in einen Stau. Ich bin fast wahnsinnig geworden. Schließlich rannte ich die letzten zwei Kilometer bis zum Stadion. Als ich die Kabine erreichte, stand die Mannschaft bereits im Tunnel, und Lattek kam auf mich zu. Ich sei spät dran, sagte er, jetzt würde ich bis zur Pause warten müssen. In diesem Moment war ich natürlich nur noch enttäuscht, das kann man sich wohl vorstellen. Aber was soll’s? Ich bin später Pokalsieger geworden, und ich war bei der WM in Mexiko. Und zwei Spiele an einem Tag, das machst du auch nur einmal im Leben.

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