Dauerregen : Formel 1: Qualifikation abgesagt

Sechs Jahre nach einer Taifun-Warnung machte diesmal Dauerregen die Qualifikation zum Großen Preis von Japan unmöglich. Die Fahrer nehmen es gelassen. Sie müssen nun noch vor dem Rennen am Sonntag zum Kampf um die besten Startplätze antreten.

Nichts geht mehr. Der Regen in Suzuka legt die Formel 1 lahm.
Nichts geht mehr. Der Regen in Suzuka legt die Formel 1 lahm.Foto: dpa

Sebastian Vettel übte sich zum Scherz im Trockenschwimmen, in der Boxengasse spielten sie mit Modellschiffchen: Die Qualifikation zum Preis von Japan ist dem Dauerregen von Suzuka zum Opfer gefallen, der 5,807 Kilometer lange Suzuka Circuit stand völlig unter Wasser. Die K.o.-Ausscheidung um die Startplätze für das viertletzte Saisonrennen soll nun am Sonntag nachgeholt werden - vor dem Rennen (08.00 Uhr MESZ/15.00 Uhr Ortszeit).

Dreimal wurde der Beginn um jeweils eine halbe Stunde verschoben. Doch klar war auch: Zu lange hinauszögern konnte die Rennleitung das Qualifying nicht. Spätestens gegen 17.30 Uhr Ortszeit wird es dunkel in Suzuka. Folgerichtig die Entscheidung, die um 15.18 Uhr verkündet wurde.

Das gab es erst zweimal - und das erste Mal war ebenfalls in Suzuka. Vor sechs Jahren erfolgte die Absage der Qualifikation wegen einer Warnung vor dem Taifun „Ma on“. Diesmal war allein der Regen schuld. Bereits beim Training am Morgen hatten fast alle Piloten um WM-Anwärter Vettel auf eine gezeitete Runde verzichtet. Lediglich Jaime Alguersuari aus Spanien im Toro Rosso und Timo Glock im Virgin hatten sich für eine Runde unter vermeintlichen Rennbedingungen entschieden. Der Wersauer war über eine halbe Minute langsamer als Vettel am Freitag, als der Heppenheimer im Red Bull bei trockenen Bedingungen noch die Trainingsbestzeit aufgestellt hatte.

Mit einer nassen Strecke hatte Vettel ja bereits am Vortag gerechnet. „Die Frage ist, wann und wie sehr“, hatte er gesagt. Und dann regnete es aber ohne Unterlass. Die Zuschauer verstecken sich unter Schirmen oder Regencapes. Durch die Boxengasse jagten die Mechaniker Modellschiffchen und selbst gebastelte Flöße. Und Safety-Car-Pilot Bernd Mayländer wurde zum meistbeschäftigten Fahrer am Nachmittag. Vettel nutzte die Zwangswartezeit derweil auch noch für einen Plausch mit Teamchef Christian Horner am Kommandostand, während die Renn-Ingenieure gebannt die Wetterdaten verfolgten und analysierten.

Alles umsonst. Anders als bei der Marathon-Qualifikation im vergangenen Jahr in Sao Paulo, die nach fast drei Stunden ein Ende gefunden hatte, wurde die Strecke diesmal erst gar nicht freigegeben. Damit kommt auf die fünf WM-Kandidaten um Vettel und die weiteren Piloten sowie ihre Crews an diesem Sonntag eine Doppelschicht zu.

Für Vettel geht es beim viertletzten Saisonrennen (Start 08.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) darum, den 21-Punkte Rückstand auf Teamkollege Mark Webber zu verringern und sich in der WM-Wertung von Platz vier aus weiter nach vorn zu arbeiten. Derzeit hat der Heppenheimer 181 Punkte, einen weniger als der drittplatzierte Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes (182). Zweiter ist Ferrari-Star Fernando Alonso. Der zweimalige Weltmeister aus Spanien hat nach zwei Siegen nacheinander nur noch elf Punkte weniger als Webber. Chancen im WM-Kampf hat auf Platz fünf auch noch Titelverteidiger Jenson Button im zweiten McLaren-Mercedes (177). dpa

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