Sport : Daum-Affäre: "Er hat es definitv gemacht"

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Christoph Daum wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Entscheidung, ein Ermittlungsverfahren gegen den Fußballtrainer zu eröffnen, sei auf Grund der Presse-Berichterstattung über die positiv ausgefallene Haaranalyse Daums gefallen. Das berichtete die Kölner Oberstaatsanwältin Regine Appenrodt vor der Presse in Köln.

Vor allem die Äußerungen von Bayer-Manager Reiner Calmund hätten dazu beigetragen, den Anfangsverdacht zu begründen, dass Daum gegen das Betäubungsmittelgesetz durch Erwerb oder Besitz illegaler Drogen verstoßen habe. Wer gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen habe, könne mit bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug oder mit einer Geldstrafe bestraft werden, sagte die Oberstaatsanwältin. Auf die Erklärung des früheren Fußball-Nationalspielers Jimmy Hartwig angesprochen, der behauptet, er wisse genau, dass Daum Drogen konsumiert habe, sagte Appenrodt, die Staatsanwaltschaft werde prüfen, wie seriös diese Aussage zu bewerten sei. Bisher hätten sich noch keine Zeugen gemeldet, die von einem etwaigen Drogenkonsum Daums berichtet hätten. Anklage gegen Daum werde die Staatsanwaltschaft erst dann erheben, wenn ein hinreichender Tatverdacht bestehe.

"Er hat es gemacht. Definitiv. Ich weiß es. Ich weiß das Hotel, in dem er es gemacht hat. Ich weiß, wo er gewesen ist. Es gibt mehrere Leute, die das gewusst haben. Er hat sich selbst angelogen", sagte Jimmy Hartwig in einem Interview mit dem Radiosender SWR3. Hartwigs Appell an den ehemaligen Leverkusener Coach: "Höre auf zu koksen. Es macht die Birne total hohl. Ich weiß, wovon ich rede." Der Ex-Nationalspieler glaubt sogar, dass Kokain-Genuss in der Bundesliga Alltag sei. "Wenn mich der Deutsche Fußball-Bund jetzt in die Bundesliga-Klubs schicken würde - ich behaupte: Ich hole da mindestens 20 bis 30 Spieler raus, die Kokain nehmen. Man verschließt die Augen vor der Realität", erklärte er im Interview mit der Zeitschrift "Max".

Die Oberstaatsanwältin bezweifelte indes, dass es für die Staatsanwaltschaft möglich sein werde, den Haartest des Kölner Instituts für Rechtsmedizin zu bekommen. Es handele sich um ein Privatgutachten, das der ärztlichen Schweigepflicht unterliege.

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