Sport : Daum redet sich in Rage – der DFB ermittelt

Jörg Strohschein

Köln - Hatte Christoph Daum das wirklich ernst gemeint? Nicht nur Trainerkollege Guido Buchwald schaute ein wenig ratlos in die Runde und runzelte die Stirn. Bei der Pressekonferenz im Anschluss an die 0:1-Heimniederlage des 1. FC Köln gegen Alemannia Aachen präsentierte der FC-Trainer seine ganz persönliche Sicht der Dinge und sorgte mit seinen Anschuldigungen für Verwirrung. „Die Schiedsrichter sind keine Spielleiter mehr, sondern Spielentscheider. Das war eine bewusste Entscheidung gegen den 1. FC Köln. Das ist uns schon in der letzten Saison häufiger passiert“, sagte Daum zu einer Szene in der 46. Minute. Schiedsrichter Florian Meyer hatte einen Treffer von Adil Chihi zu Unrecht wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung aberkannt. Mit dem Tor hätte es 1:1 gestanden.

Immer wieder kämen die Schiedsrichter zu Daum und müssten Abbitte für Fehleinschätzungen leisten. Auch am Montagabend habe sich Meyer, dieses Mal bei Manager Michael Meier, entschuldigt. „Von den Entschuldigungen kannst du nicht leben“, sagte Daum und sah sich einer Verschwörung gegenüber. „Ich möchte nicht, dass der Trend entsteht, dass man den FC ruhig schlechter behandeln kann als die anderen Vereine. Ich will nur Fairness.“ Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) will ihm diesen Wunsch offenbar erfüllen und hat Ermittlungen gegen Daum wegen der Äußerungen aufgenommen.

Nur wenige Worte verlor der 53-Jährige allerdings zu der Leistung seiner Mannschaft, die wieder einmal enttäuschte. Nach dem Aus im DFB-Pokal gegen die Amateure von Werder Bremen war dies bereits die zweite Niederlage der Rheinländer im dritten Pflichtspiel dieser Saison. Die Kritik an Daum in Köln nimmt zu. Die Verschwörungstheorie scheint eher ein Ablenkungsversuch, denn ernst zu nehmende Tatsachenbeschreibung. Jörg Strohschein

0 Kommentare

Neuester Kommentar