Sport : Daumendrücken für einen Linkshänder

Renato Vugrinec ist der Star von Flensburgs Gegner Celje

Klaus Rocca

Berlin. Nadine macht aus ihrer Sympathie kein Hehl. „Da die meisten Fans hier nicht unbedingt Flensburg-Anhänger sind, kannst du davon ausgehen, dass wir fast alle Celje die Daumen drücken. Und auf Renato freuen wir uns ganz besonders“, verkündet sie im Forum der Homepage des SC Magdeburg. Nadine ist Magdeburgerin, und als solche ist ihre Sympathie für Celje wohl darin begründet, dass der SC Magdeburg gerade im Halbfinale der Handball-Champions League an der SG Flensburg-Handewitt gescheitert ist. Nun spielt also nicht Magdeburg, sondern Flensburg in den Finals gegen RK Celje Pivovarna Lasko. Die erste Partie findet heute in Slowenien statt (15 Uhr, Ausschnitte in der ARD-Sportschau).

Mit Renato meinte Nadine den Linkshänder Renato Vugrinec. Der spielt noch in Celje und ist einer der besten Handballer der Welt. In der nächsten Saison wirft er seine Tore für den SC Magdeburg. Dort hat er einen Vertrag bis 2006 unterschrieben. Dass auch die Flensburger an Vugrinec, der Slowenien ins EM-Finale gegen die Deutschen geführt hatte, interessiert waren, macht die Genugtuung in der Börde noch größer. In Celje bedauert man den Abgang Vugrinec’, freut sich aber gleichzeitig über die beträchtliche Summe, die aufs Vereinskonto fließt. Seit der Hauptsponsor Pivovarna Lasko, die größte Brauerei des Landes, nicht mehr so großzügig mit den Zuwendungen ist, muss RK Celje Spitzenspieler ziehen lassen.

Dennoch – der Klub gehört weiterhin zu den besten fünf in Europa. Von 1997 bis 2001 erreichte Celje fünfmal in Folge das Halbfinale der Champions League. 2002 riss dann die Serie im Viertelfinale. Bezwinger des Teams war der SC Magdeburg. Und im selben Jahr verlor RK Celje sogar im Kampf um den Titel im eigenen Land. In dieser Saison ist RK Celje wieder ganz oben. Das bekam nicht nur der Deutsche Meister TBV Lemgo zu spüren, der im Viertelfinale an den Slowenen scheiterte. In der Runde zuvor hatte Celje ein Kunststück fertig gebracht. Gegen den spanischen Topklub Ademar Leon hatten die Slowenen das Hinspiel mit 13 Toren Unterschied verloren – normalerweise nicht mehr aufzuholen. Doch Celje gewann zu Hause 34:21 und kam wegen der größeren Zahl an Auswärtstoren weiter.

Die SG Flensburg-Handewitt weiß also, was sie in der 40 000-Einwohner-Stadt am Fuße der Alpen erwartet. Wobei sich beide Vereine schon in der Vorrunde des laufenden Wettbewerbs getroffen haben. In Flensburg hieß es 29:29, in Celje 29:28 für den Gastgeber. Dass die Norddeutschen dicht vor der Meisterschaft im eigenen Land stehen, sollte ihnen zusätzliche Motivation geben. Zudem hat Flensburg schon den EHF-Cup, den City-Cup und den Pokalsieger-Cup gewonnen.

Zum Rückspiel am 24. April werden RK Celje übrigens 500 Fans in Flugzeug und sieben Bussen begleiten.

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