David Beckham : Fußball statt Schauspiel

David Beckham will nicht zurück nach Los Angeles – das Ringen um den englischen Star geht weiter.

Vincenzo Delle Donne[Katrin Schulze],Mailand[Katrin Schulze],Claus Vetter
Beckham
David Beckham will in Mailand bleiben. -Foto: dpa

Glanz lässt sich nicht nur auf den Titelseiten von Modepostillen erwerben, den kann man sich als Fußballer auch auf dem Platz erarbeiten. Und David Beckham hat beim AC Mailand und in der Serie A offenbar die alte Lust am Fußballspiel wiederentdeckt. Der 33-jährige englische Superstar, der bis zum 9. März an den AC Mailand ausgeliehen ist, sagte nun deutlich, dass er entgegen der Abmachung mit den Los Angeles Galaxy in Italien bleiben will. „Ich hoffe, bei Milan bleiben zu können, und dass die Verhandlungen mit Galaxy so ausgehen, wie ich es wünsche“, sagte er am Sonntag vor dem Derby zwischen dem AC Mailand und Inter Mailand, das Inter 2:1 gewann.

Das Geplänkel um den Superstar wird langsam abenteuerlich. Beckhams kalifornischer Arbeitgeber gibt sich nun stur. „Es wird keine weiteren Gespräche geben“, sagt Galaxys Präsident Tim Leiweke, der gleichzeitig auch Nordamerika-Chef des Klubeigners Anschutz-Gruppe ist. Mailands Vizepräsident Adriano Galliani misst Leiwekes Worten aber wenig Bedeutung zu. „Wir haben unser Angebot unterbreitet und jetzt warten wir erstmal ab.“ Beckham hat in seinem Vertrag mit Galaxy eine Klausel, die ihm erlaubt, am Ende des Jahres 2009 ablösefrei zu wechseln. Dafür, dass er nun früher gehen will, verlangt Galaxy eine Ablösesumme von knapp 12 Millionen Euro. Milan will jedoch höchstens drei Millionen bezahlen.

Beckham hatte anfangs pragmatische Gründe für sein Kurzengagement angeführt: „Ich kann ohne hartes Training die amerikanische Winterpause nicht überstehen.“ Und:  „Fußball ist mein Leben. Ich kann nicht monatelang untätig sein.” Dieses Kurzgastspiel entpuppte sich sowohl für Beckham als auch für den AC Mailand als phänomenales Geschäft. Die Aufmerksamkeit, die Beckham mit seiner Leistung und seinen Toren erreichte, ist riesig. Und der AC Mailand, im Mittelfeld etwas schwach besetzt, fand in Beckham auf der rechten Seite den idealen Partner nicht nur für Stürmer wie Pato, sondern auch für Starspieler wie Kakà oder Pirlo.

Schon vor zwei Jahren stand Beckham kurz davor, zu Milan zu wechseln – als er bei Real Madrid keine Zukunft mehr sah. Doch er entschied er sich für Los Angeles. Für den Einsatz des Superstars bei Galaxy bot ihm Klubeigner Anschutz im Jahr rund zehn Millionen Dollar Gehalt – das ist fünf Mal so viel wie der Rest der Mannschaft zusammen bekommt. Beckham hat aber noch gute Nebeneinkünfte: Da er seine Imagerechte behält, verdient nur der Fußballprofi an seinen privaten Werbeverträgen. Zurzeit sind das etwa 20 Millionen Dollar im Jahr.

Doch der Plan, Fußball in den USA mit dem europäischen Star endlich zu mehr Popularität zu verhelfen, funktionierte nur bedingt: Gegen Ende der vergangenen Saison, in der Los Angeles nicht einmal die Play-offs erreichte, wurden die Tickets für die Heimspiele schon ab neun Dollar verhökert. Dass Fußball in den USA auch mit der Marke Beckham kein Erfolgsprodukt ist, muss sich Anschutz nun eingestehen. Man halte prinzipiell niemanden auf, der weg will, heißt es schon in Firmenkreisen. Dass es bei den Wechselspielchen um Beckham nur um die Ablösesumme geht, bestätigt auch Galaxys Coach Bruce Arena indirekt: „Wir haben kein akzeptables Angebot für den Spieler erhalten.“

Am Montag will sich David Beckham persönlich in die Verhandlungen zwischen Milan und Galaxy einschalten. Das sagte sein Sprecher Simon Oliveira.

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