Sport : „David Odonkor ist für jedes Team eine große Hilfe“

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Herr Steinke, waren Sie überrascht über den Aufstieg David Odonkors in die Nationalmannschaft?

Nur über den Zeitpunkt. Aber Jürgen Klinsmann ist ja bekannt dafür, dass er ab und zu etwas Überraschendes macht.

Ist Ihr früherer Schützling der Mann, der dem deutschen Team entscheidende Impulse geben kann?

Von den individuellen Fähigkeiten her ist David für jedes Team eine große Hilfe. Er ist schnell, er kann gut flanken. Ich bin überzeugt, dass er bei der WM zum Einsatz kommen wird, auf der rechten Seite.

Welche Defizite hat er?

Spielübersicht und Überblick vorm Tor – das fehlte ihm schon in der Jugend, bereits da galt er als Mister Chancentod.

Im Alter von 15 Jahren ist er von Ihrem damaligen Klub, dem Bünder SV, zu Borussia Dortmund gewechselt…

Ja, ich weiß noch, dass Dr. Niebaum …

…der damalige Präsident des BVB…

…dass also Herr Niebaum mich gebeten hat, Davids Mutter zu dem Wechsel zu überreden. Das war schwierig. Sie war Alleinerziehende, hatte Trennungsängste. Anfangs ist David dann ein Jahr lang dreimal pro Woche von Bünde aus zum Training nach Dortmund gefahren, 100 Kilometer hin, 100 Kilometer zurück.

Was war er in der Jugend für ein Typ?

David war ein ganz charmanter Kerl, dem ließ man vieles durchgehen. Er war so ein kleiner Kasper in der Jugend, aber nie auf die aufdringliche Art. Die Fragen stellte Karsten Doneck.

Norbert Steinke, 53, war zehn Jahre lang Jugendtrainer beim Bünder SV. In dieser Zeit trainierte er auch David Odonkor, der jetzt von Jürgen Klinsmann für die WM nominiert wurde.

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