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Davis Cup in Berlin : Auch Florian Mayer siegt: Deutschland führt 2:0 gegen Polen

Jan-Lennard Struff und Florian Mayer tun sich schwer gegen ihre polnischen Gegner. Doch beide setzen sich durch und bringen Deutschland 2:0 in Führung.

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Florian Mayer holte den zweiten Punkt für Deutschland.
Florian Mayer holte den zweiten Punkt für Deutschland.Foto: dpa

Hinter den Tribünen im Steffi-Graf-Stadion glänzte der Hundekehlesee in der Spätsommersonne, auf dem Center Court der traditionsreichen Anlage des LTTC Rot-Weiß Berlin rann den Tennisspielern der Schweiß in Strömen. Insgesamt neun von maximal möglichen zehn Sätzen beharkten sich Deutschland und Polen in der Relegation des Davis Cups am Freitag. Erwartungsgemäß liegt das favorisierte deutsche Team nach den ersten beiden Einzeln 2:0 in Führung. Zunächst siegte Jan-Lennard Struff gegen Kamil Majchrzak nach 3:43 Stunden 6:7 (8:10), 6:3, 5:7, 6:2 und 6:1. Anschließend hatte Spitzenspieler Florian Mayer gegen Hubert Hurkacz ebenfalls große Mühe und gewann nach fast drei Stunden 1:6, 7:6 (8:6), 6:4 und 7:5. „Die hatten nichts zu verlieren und haben voll drauf geballert. Aber wir waren am Ende fitter“, sagte Teamchef Michael Kohlmann. Am Samstag im Doppel (Beginn: 13 Uhr) kann Deutschland bereits den Klassenerhalt schaffen.

Bei Temperaturen von fast 30 Grad im anfangs spärlichen Schatten tat sich zunächst Struff gegen den in der Weltrangliste auf Platz 277 geführten Majchrzak sehr schwer. „Mein Gegner hat sehr viele Bälle zurückgebracht und ich habe eine Zeit gebraucht, um mich darauf einzustellen“, sagte der 27-Jährige aus Warstein. Im dritten Satz musste sogar ein Schläger dran glauben, den Struff nach seinem Aufschlagverlust zum 5:6 zertrümmerte.
Die insgesamt 3100 Zuschauer auf der Anlage staunten jedenfalls nicht schlecht über die unbekümmert aufspielenden Polen. Bei den Deutschen war hingegen der Druck spürbar. „Wenn man das erste Einzel im Davis Cup für sein Land bestreiten muss, ist man schon ein bisschen angespannter als sonst“, sagte Struff. Sein 20-jähriger Gegner baute in den letzten beiden Sätzen aber stark ab, musste aufgrund von Oberschenkelproblemen sogar behandelt werden und hatte am Ende nichts mehr zuzusetzen. Auch der Verzehr einer eilig herbeigebrachten Gewürzgurke half Majchrzak nicht mehr.

Zunächst wollte bei Mayer nichts klappen

Mit der Führung im Rücken hätte Florian Mayer danach eigentlich etwas befreiter aufspielen können – doch genau das Gegenteil war der Fall. Der 1,96 Meter große Hurkacz, auch gerade erst 19 Jahre alt und in der Weltrangliste gar nur auf Platz 329 notiert, traf zunächst alles, während bei Mayer nichts klappen wollte. „Ich bin überhaupt nicht ins Spiel gekommen und hätte mich nicht beschweren können, wenn es nach zwei Sätzen 0:2 steht“, sagte der 32-Jährige. Beim Stand von 4:6 im Tiebreak des zweiten Durchgangs musste Mayer zwei Satzbälle abwehren, holte sich dann den Ausgleich und war fortan der bessere Spieler. Trotzdem gestand auch der relegationserfahrene Bayreuther ein: „Die Art und Weise wie ich gespielt habe, enttäuscht mich. Ich war am Ende der Glücklichere.“ Mayer kannte seinen Gegner bis zu seinem Match nur von Internetvideos und ließ sich von dessen aggressiver Spielweise ganz offensichtlich überraschen.

Dennoch hat das deutsche Team „das Tagesziel erreicht“, wie Davis-Cup-Chef Kohlmann es ausdrückte. Allerdings sei deutlich geworden, dass seine Mannschaft von den Polen nichts geschenkt bekomme. „Das war ein Warnschuss heute, wir müssen auch weiter bereit sein.“ Für das Doppel am Samstag hat Kohlmann Daniel Brands und Neuling Daniel Masur nominiert, die es mit dem polnischen Weltklasseduo Lukasz Kubot und Marcin Matkowski zu tun bekommen. Bis 12 Uhr am Spieltag kann die Besetzung noch geändert werden. Jan-Lennard Struff sei durchaus eine Option, erklärte Kohlmann am Freitagabend. Allerdings wohl keine wahrscheinliche, Struff könnte am Sonntag noch gebraucht werden. Und wie schwer so ein vermeintlich leichtes Einzel sein kann, hat der erste Tag am Hundekehlesee nur zu deutlich gezeigt.

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