Sport : Daviscup: Deutschland - Rumänien: Gescheitert am Druck der Vergangenheit

Nicolas Kiefer hat seine unheimliche Serie im Daviscup auch gegen Rumänien fortgesetzt. Die von Spitzenspieler Thomas Haas in drei leichten Sätzen gegen Ionut Moldovan herausgeholte Führung verspielte Kiefer am Freitag leichtfertig gegen Andrej Pavel und kassierte im sechsten Auftritt seine fünfte Niederlage zum Zwischenstand von 1:1. Damit ist das gedanklich von vielen schon abgehakte Auftaktmatch der Weltgruppe in Braunschweig unverhofft spannend geworden. Haas spielte beim 6:2, 6:0, 6:2 in nur 80 Minuten gegen Ersatzmann Ionut Moldovan ohne Fehler auf. Kiefer knickte gegen die rumänische Nummer eins unter der Last der erfolglosen Vergangenheit ein und unterlag vor 6000 Zuschauern 6:7 (3:7), 3:6, 7:5, 3:6.

Dabei war Kiefer nach einem Jahr Abstinenz betont locker in das Unternehmen Daviscup gegangen. Vor eigenem Publikum wollte er einen Neuanfang schaffen. Doch als er im ersten Satz bei einer 4:3-Führung einen leichten Flugball im Sprung ins Aus setzte und das mögliche Break damit verschenkte, zeigte er Nerven. Wie so oft war es dieser eine Ball, der dem Weltranglisten-32. den Nerv raubte. Das Selbstvertrauen war weg, und ohne das nötige Glück musste er den ersten Satz abgeben. Auch im zweiten fand er nicht zum erfolgreichen Spiel zurück. Das Zwischenhoch im dritten Durchgang war zu wenig, den Schrecken bezwingen zu können.

Nach seinen wenig erbaulichen Daviscup-Erfahrungen droht Kiefer nun auch bei seinem Heimspiel zum großen Verlierer zu werden. Nun sind heute die Doppel-Experten David Prinosil und Marc-Kevin Goellner gegen Pavel/Gabriel Trifu gefordert. Und am Sonntag könnte Haas im Vergleich der Spitzenspieler gegen Pavel den siegbringenden dritten Punkt zum Einzug ins Achtelfinale gegen Spanien oder die Niederlande holen. Für Kiefer hieße das: Seine Partie gegen Moldovan wäre ohne Bedeutung - und er hätte wieder keinen Beitrag zum Sieg geleistet.

Für Thomas Haas lief es dagegen wie geschmiert. "Vom Ergebnis her war es sicher das bisher einfachste Match", sagte der in Florida lebende Hamburger nach der Kurzschicht zur Mittagszeit. Nicht einmal musste die deutsche Nummer eins ernsthaft kämpfen, zu schwach war sein Gegenüber Moldovan, der für den verletzten Adrian Voinea kurzfristig hatte einspringen müssen.

"Wir wussten schon, wie Ionut spielt." Vor allem Moldovans Laufschwäche war bekannt. "Das kann er nicht so gut", sagte Haas. "Deshalb habe ich ihn ordentlich laufen lassen." Wie gut ihm das gelang, musste sein 23-jähriger Kontrahent bitter erfahren. Vor allem im zweiten Satz stand er auf verlorenem Posten. Ganze acht Punkte gelangen dem Rumänen.

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