Daviscup : Haas bezwingt Ancic

Die deutsche Tennis-Nationalmannschaft hat in der ersten Runde des Daviscups gegen Kroatien die Führung übernommen. Thomas Haas konnte das Auftaktspiel gegen Mario Ancic für sich entscheiden.

Krefeld - Nach verschlafenem Start trumpfte der "Leitwolf" in Krefeld mächtig auf und kämpfte den nur zu Beginn prächtig aufschlagenden Mario Ancic in 3:04 Stunden mit 2:6, 6:4, 6:4, 6:4 nieder. Mit seinem Auftaktsieg gegen den Pokalgewinner von 2005 untermauerte der Australian-Open-Halbfinalist die vagen Hoffnungen auf das erste Viertelfinale seit sechs Jahren, in dem Australien oder Belgien der Gegner sein würde. In seinem 23. Daviscup-Einzel feierte Haas seinen 17. Sieg.

"Ich bin sehr froh und stolz, dass ich den ersten Punkt holen konnte", sagte Haas und ergänzte: "Danke ans Publikum: Ihr seid wunderbar gewesen." Debütant Benjamin Becker konnte danach weitgehend unbelastet zu seinem ersten Match in der Nationalmannschaft auf den Hartplatz gehen. "Benny geh raus und habe Spaß", sagte Haas vor dem Match gegen die Nummer eins der Gäste, Ivan Ljubicic. B. Becker war der krasse Außenseiter, auch wenn er die bislang einzige Partie gegen den Weltranglisten-Achten im vorigen Jahr nur knapp verloren hatte.

Mit Trommeln, Rasseln und lautstarken Gesängen machten die zahlreichen kroatischen Fans die Partie in der mit offiziell 4600 Zuschauern ausverkauften Halle zunächst zu einem Heimspiel für die hoch favorisierten Kroaten. Und tatsächlich schien der in der Weltrangliste einen Platz besser notierte Ancic diesen Vorteil nutzen zu können. Zwar musste er gleich im ersten Spiel einen Breakball abwehren, doch dann ließ er kaum noch Gegenwehr von Haas zu.

Mit geballter Faust

Der Weltranglisten-Zehnte mühte sich, fand gegen die harten Aufschläge und die Zentimeter genauen Passierschläge zunächst aber kein Mittel. Wie so oft musste er den ersten Satz abgeben - und kam dann umso furioser zurück. Den zweiten Satz startete er mit einem Break, ballte die Faust und war fortan nicht mehr zu stoppen. Auch als der 1,95 Meter große Ancic im dritten Durchgang beim Stand von 3:2 für Haas drei Möglichkeiten zum Rebreak hatte und bei 4:3 nochmals zwei, blieb der Hamburger eiskalt.

Es lohnte sich, dass Haas-Trainer Thomas Hogstedt und Kühnen die Köpfe in der Satzpause zusammen gesteckt hatten. Die Tipps des listigen Schweden waren offenbar Gold wert. Auch im vierten Satz machte der Wahl-Amerikaner Druck - und schaffte hoch konzentriert zum 2:1 das vorentscheidende Break. Bei den Assen hatte Ancic mit 16:10 zwar die Nase vorn und auch bei den Doppelfehlern machte er nur zwei mehr. Aber in punkto Spielwitz konnte er Haas kein Paroli bieten. (Von Andreas Bellinger, dpa)

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