Sport : DBB kritisiert Absagen von Spielern - Protest beim Berliner Club

"Bestens", sagt Alba Berlins Vizepräsident Marco Baldi über das Verhältnis zwischen seinem Klub und dem Deutschen Basketball Bund (DBB). Der Verband sieht das gegenwärtig ein wenig anders. DBB-Präsident Roland Geggus und Vizepräsident Wolfgang Hilgert schrieben eine Protestnote an die Berliner, in der sie den Verein auffordern, ihren vertraglichen Vereinbarungen zur Abstellung der Nationalspieler nachzukommen. Alba Berlin hatte Ademola Okulaja und Patrick Femerling nicht für das Freundschaftsspiel gegen Belgien (70:60) und für den Nations Cup am Mittwoch gegen Frankreich abgestellt. "Was nutzen uns Verträge, wenn sie gleich beim ersten Mal nicht eingehalten werden", beschwerte sich Hilgert. Seit November 1999 existiert ein Vertrag zwischen dem DBB und der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft der Basketball-Bundesliga (BBL), in dem eine Abstellungspflicht zwingend festgeschrieben ist.

Alba-Manager Carsten Kerner und Marco Baldi wollten die Protestnote am Montag nicht kommentieren, zumal sie noch nicht beim Verein eingetroffen ist. Die beiden Verantwortlichen werben aber um Verständnis für ihre Position. "Wir tragen das wirtschaftliche Risiko für die Spieler", erklärte Kerner, "und wir haben in der nächsten Woche die wichtigsten Spiele der Saison." Am 29. Februar und am 2. März tritt Alba Berlin in den Play-offs der Europaliga gegen Efes Istanbul an. Die Daumenverletzung von Ademola Okulaja ist bereits seit drei Wochen bekannt. Umstrittener ist das Fehlen von Patrick Femerling. "Der ist einfach platt", erklärte Kerner, "der braucht eine Pause." Baldi verteidigt die Entscheidung: "Femerling war der einzige, der bisher alle Maßnahmen der Nationalmannschaft mitgemacht hat."

Am Rande des Länderspiels in Koblenz sprach der Manager mit Geggus und Hilgert. "Wir haben gesagt, woran es liegt", erklärt Kerner, "und wir kennen auch den Standpunkt des DBB." Der DBB akzeptierte die von ihm bezweifelten Absage-Gründe wegen Verletzung nicht. Eine konkrete rechtliche Handhabe zur Ahndung bei Zuwiderhandlung gibt es allerdings nicht. Allerdings erklärte der BBL-Vizepräsident Wolfgang Malisch, dass im Entwurf eines künftigen Lizenzspielervertrages ein Strafenkatalog vorgesehen ist. Dieser erst von der kommenden Saison an gültige Kontrakt sieht Sperren für den normalen Spielbetrieb vor.

"Dass unsere Entscheidung dem Verband nicht gefällt, ist nachzuvollziehen", erklärt Kerner, "aber wir haben es uns nicht leicht gemacht." Immerhin stellten die Berliner in Vladimir Bogojevic, Stipo Papic und Sven Schultze immer noch drei Akteure für die beiden Spiele der Nationalmannschaft ab.

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