Sport : Debakel für Trapattoni

Stuttgart verliert erstes Heimspiel 2:3 gegen Köln

Oliver Trust

Stuttgart - Wer am Sonntag ins Gottlieb-Daimler-Stadion pilgerte, konnte den Eindruck gewinnen, es fände statt eines Fußballspiels das einzige Konzert eines Popstars statt. „Giovanni“, brüllte der Stadionsprecher mit spitzer Stimme. Aus der Fankurve drangen huldvolle Gesänge herüber. Aus den Lautsprechern erklangen italienische Songs. Giovanni Trapattoni aber konnte den Erwartungen zumindest an diesem Tag nicht gerecht werden. Im Gegenteil, das erste Heimspiel des neuen Trainers des VfB Stuttgart endete mit einer 2:3-Niederlage gegen Aufsteiger 1. FC Köln.

Trapattoni hatte überraschend auf Kapitän Zvonimir Soldo verzichtet. „Soldo ist wie ein Vater für diese Mannschaft, aber es muss auch einmal ohne Vater gehen“, hatte er erklärt. Ohne Soldo aber fehlte den Schwaben die Ordnung im Mittelfeld. Und Soldo verbarg seine Unzufriedenheit nicht. „Ich bin das nicht gewohnt, und mir tut der Rücken weh vom Sitzen auf der Bank.“ Trapattoni habe ihm keine Begründung gesagt. „Er wollte wohl was Neues ausprobieren“, sagte er.

Schon in der ersten Hälfte hielt sich vor 49 000 Zuschauern die Begeisterung über die VfB-Darbietung in Grenzen. Bereits nach zwölf Minuten konterten die Kölner die Stuttgarter eiskalt aus. Feulner schob den Ball zur 1:0-Führung an Timo Hildebrand vorbei ins Tor. Für die Stuttgarter vergab zudem Silvio Meißner in der 37. Minute einen Foulelfmeter, den Grammozis an Tomasson verschuldet hatte. Kurz nach der Pause schloss Albert Streit einen Konter der Kölner erfolgreich ab. Nach 55 Minuten schien dann alles vorbei: Streit drosch den Ball mit einem satten Schuss unter die Latte des VfB-Tores. Doch nach dem 1:3 durch Marco Streller keimte noch einmal Hoffnung bei den Stuttgartern auf. Christian Tiffert gelang in der 70. Minute zwar das 2:3, aber zum Ausgleich reichte es für die Stuttgarter nicht mehr.

„Wir wollten unbedingt gewinnen. Ich wollte es ohne Soldo tun, weil ich wissen wollte, wie stark diese Mannschaft ohne ihn ist“, sagte Trapattoni. „Wir werden trotzdem nicht das Vertrauen in unsere Stärken verlieren.“

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