Debakel : Kaiserslautern verliert in Hannover 1:5

Auch nach dem Trainerwechsel hat der 1. FC Kaiserslautern seine Talfahrt in der Fußball-Bundesliga fortgesetzt.

Hannover - Beim ersten Auftritt mit Wolfgang Wolf als Chefcoach erlebten die Pfälzer am Samstag bei Hannover 96 ein 1:5 (0:2)-Debakel und bleiben nach einer äußerst schwachen Darbietung Tabellenletzter. Peter Neururer hingegen feierte ein gelungenes Heimdebüt als Trainer bei den Niedersachsen, die vor 31.443 Zuschauern in der AWD-Arena durch Tore von Michael Tarnat (13./26.), Thomas Brdaric (62./73.) und Vahid Hashemian (83.) verdient gewannen. Für den 1. FCK traf Boubacar Sanogo (69.).

Beim ersten Spiel nach der Entlassung von Michael Henke änderte der neue Coach die Aufstellung gleich auf vier Positionen, erreichte damit aber keine Verbesserung. Der FCK blieb im elften Spiel hintereinander ohne Sieg. «Das ist natürlich bitter», sagte Wolf. «Vor allem bei den Standards waren wir sehr wackelig, und wir hatten viele leichte Abspielfehler», kommentierte der neue Coach. Sein Kollege Neururer durfte sich indes feiern lassen und sagte: «Vom Ergebnis her ist das natürlich ein schönes Wiederkommen.»

Auch der überraschende Einsatz von Mittelfeldspieler Ervin Skela als Abwehrchef sorgte nicht für die nötige Sicherheit. Stattdessen wirkte die Defensive erneut völlig verunsichert und überfordert. Der FCK erlaubte den Gastgebern viel zu viele Chancen. Hannover hätte auch höher gewinnen können. Trotzig behauptete Wolf: «Der Ervin hat seine Sache gut gemacht.»

Die Partie war schon nach einer halben Stunde praktisch entschieden. Zwei Mal präsentierte sich der 36-jährige Abwehrspezialist Tarnat als Abstauber, zwei Mal half die Abwehr der Gäste kräftig mit. Zunächst missglückte dem österreichischen Torwart Jürgen Macho, der für den angeschlagenen Thomas Ernst (Kniebeschwerden) spielte, nach einer Ecke von Michael Delura die Faustabwehr und ermöglichte Tarnat den ersten Treffer. Danach stimmte die Abstimmung bei einem Freistoß von Delura nicht, so dass der ehemalige Bayern-Spieler sein viertes Saisontor erzielen konnte.

Die beiden Treffer waren symptomatisch, denn die Gastgeber besaßen noch weitere Möglichkeiten. Fast hilflos wirkte es, dass Wolf bereits nach 33 Minuten den schwachen Rechtsverteidiger Herve Lembi durch Axel Bellinghausen ersetze. Neben Tarnat durfte auch Brdaric - per Kopfball und mit einem Schuss aus kurzer Distanz - zwei Treffer erzielen, ehe Hashemian den Schlusspunkt mit einem Abstauber setzte.

Von bedingungslosem Einsatz, wie ihn der ehemalige Lauterer Profi Wolf gefordert hatte, war nur in Ansätzen kurz nach dem Seitenwechsel etwas zu sehen. Tormöglichkeiten gab es fast gar nicht. Es dauerte bis zur 41. Minute, ehe 96-Keeper Robert Enke bei einem Schuss von Ferydoon Zandi das erste Mal ernsthaft zupacken musste. Obwohl sie bis zur 67. Minute ohne offensiven Mittelfeldspieler agierten, dominierten die Hannoveraner das Geschehen nach Belieben.

Neururer hatte bei seinem ersten Heim-Auftritt an der Seitenlinie seinen Spaß. Vor allem, weil die drei ersten und der fünfte Treffer nach Standardsituationen fielen, die er mit seiner neuen Mannschaft besonders geübt hatte. Die Fans feierten den Nachfolger des vor zweieinhalb Wochen entlassenen Lienen mit Sprechchören. (Von Michael Rossmann, dpa)

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