Sport : Debüt mit Emotionen

Jüdischer Eishockeyprofi spielt für Deutschland.

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Berlin - Es wird ein besonderer Moment werden für Evan Kaufmann. Der Eishockeyprofi von der Düsseldorfer EG debütiert heute beim Vier-Länder-Turnier in Minsk im Spiel gegen Gastgeber Weißrussland für die deutsche Nationalmannschaft (17 Uhr, live auf Sport1). Kaufmann wurde vor 27 Jahren in den USA geboren, und nahm die deutsche Staatsbürgerschaft erst später an. Doch das ist es nicht, was sein Debüt in erster Linie begleitet. Kaufmann ist Jude und hat vor dem Spiel in Minsk die Geschichte der eigenen, deutschen Familie öffentlich gemacht. Sein Großvater Kurt überlebte einst im Konzentrationslager den Holocaust und flüchtete in die USA. „Seine Eltern hat er nie wiedergesehen“, hat Kaufmann erzählt. Viele seiner Familienmitglieder aus der Generation seines Großvaters seien in Deutschland unter den Nationalsozialisten umgekommen.

Seit 2008 spielt Kaufmann als Profi in Deutschland. Bevor er von Minnesota nach Düsseldorf wechselte habe er überlegen müssen, das Angebot anzunehmen. Seine Eltern hätten ihm nicht zugeraten, nach Deutschland zu wechseln. Trotz „gemischter Gefühle“ ging er nach Düsseldorf und nahm schließlich sogar die deutsche Staatsbürgerschaft an. Seine Familie sei inzwischen in Deutschland gewesen und habe gesehen, dass es ihm gut gehe, sagt Kaufmann. „Das hat es leichter gemacht.“

Kaufmann ist in dieser Saison der auffälligste Stürmer bei der DEG, seine Tor- und Vorlagenstatistik ist die beste im Klub. Bundestrainer Jakob Kölliker wollte ihn schon im November beim Deutschland-Cup einsetzen, doch seinerzeit war Kaufmann verletzt. Bei guter Leistung in Minsk stehen die Chancen des Angreifers nicht schlecht, auch bei der WM im Mai in Schweden und Finnland zu spielen. Über die Nominierung für die Nationalmannschaft habe er nicht lange nachdenken müssen, sagt Kaufmann. „Das ist eine große Ehre für mich.“ Tsp

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