Sport : Debüt ohne Ende

Florian Mayer steht bei seiner ersten Wimbledon-Teilnahme bereits im Achtelfinale – auch Popp weiter, Schüttler enttäuscht

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London – Dafür, dass Florian Mayer zum ersten Mal auf dem Rasen von Wimbledon steht, fühlt er sich erstaunlich wohl auf dem ungewohnten Untergrund. Der 20Jährige ließ sich in seinem vierten Match auf Rasen auch vom Routinier Wayne Ferreira nicht stoppen. Der Bayreuther verpatzte beim 4:6, 6:4, 6:1, 6:4 gegen den Südafrikaner lediglich den Anfang, in dem er etwas müde wirkte. In den nächsten drei Sätzen aber warf er Ferreira aus dem Turnier. Rainer Schüttler hingegen unterlag Vince Spadea aus den USA 4:6, 2:6, 3:6 und musste sich mit einem Preisgeld von 36500 Euro begnügen. Alexander Popp machte es besser und zog nach seinem 7:5, 6:4, 6:4 über den Dänen Kenneth Carlsen in das Achtelfinale ein.

Dass einen Routine allein in Wimbledon nicht weiterbringt, musste der 32-jährige Ferreira im Match gegen Florian Mayer erkennen. Der Südafrikaner spielte in Wimbledon sein 55.Grand-Slam-Turnier in Folge. Nach den US Open will er seine Laufbahn beenden. Trotz seiner großen Erfahrung kam er mit der aggressiven und unorthodoxen Spielweise von Florian Mayer nicht klar.

„Ich bin sehr stolz“, sagte der Youngster, „das alles ist für mich ein unglaublicher Erfolg.“ Erstmals hatte er bei den Australian Open auf sich aufmerksam gemacht, wo er in der zweiten Runde scheiterte. Mit dieser Leistung war er bereits bester Deutscher in Melbourne. Auch bei den French Open verlor er in Runde zwei. Inzwischen ist Mayer auf Position 66 der Weltrangliste geklettert. In seinem ersten Grand-Slam-Achtelfinale trifft er am Montag auf einen Schweden: Jonas Björkman oder Joachim Johansson. Seinen größten Erfolg und 63000 Euro Preisgeld hat er aber schon vor dem Beginn der zweiten Turnierwoche sicher.

Wechselhaft wie das Wetter im ausnahmsweise nicht verregneten London geriet der Auftritt von Rainer Schüttler. Schon die ersten Ballwechsel verrieten, dass dem 28-Jährigen das stundenlange Geduldspiel tags zuvor nicht gut bekommen war. Am Samstag musste er lange warten, ehe alle Matches wegen Regens abgesagt wurden. Statt ausgeruht seine Chance zu suchen, wirkte der WM-Halbfinalist unsicher und reihte Fehler an Fehler. „orhand, Rückhand, Aufschlag, Volleys, nichts hat geklappt“, sagte der 28-Jährige. Gleich die beiden ersten Sätze begann er mit einem Aufschlagverlust, und auch danach fand er nie seinen Rhythmus. Nach insgesamt elf Erstrunden-Pleiten waren die ersten zwei gewonnenen Matches bei einem Grand Slam in dieser Saison nur ein kleiner Trost für den Weltranglisten-Achten.

Dafür zog auch Alexander Popp in das Achtefinale ein. Es ist schon erstaunlich, wie sicher der Deutsche bei seinem Erfolg auftrat. 2000 und 2003 stand er in Wimbledon bereits unter den letzten acht. In der zweiten Runde hat er den Spanier Albert Montanes aus dem Turnier geworfen. Und zwar im rekordverdächtigen Tempo. Exakt 63 Minuten benötigte er, um drei Sätze zu gewinnen.

In Wimbledon fühlt sich Popp zu Hause. Womöglich rührt das daher, weil er auch einen britischen Pass besitzt. Im Rest des Jahres verzeichnet er keine besonderen Ergebnisse. Trotzdem sieht es mit dem dritten Viertelfinaleinzug seiner Karriere in Wimbledon nicht gerade gut aus. Alexander Popp trifft heute auf den US-Amerikaner Andy Roddick, ein gewaltiger Aufschläger und Nummer zwei des Turniers. Aber wer weiß, was Alexander Popp gelingt. Er spielt ja wieder in Wimbledon.Tsp/dpa

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