Sport : Defizitäres aus Brasilien

Herthas Stürmer Luizao wird gegen Leverkusen wohl fehlen

Klaus Rocca

Berlin. Luiz Carlos Goulart, kurz Luizao genannt, blickte finster drein. Als sein Trainer Huub Stevens zuletzt in Cottbus Alex Alves kurz vor Schluss vom Platz nahm, glaubte Luizao, für seinen brasilianischen Landsmann zum Zuge zu kommen. Doch nicht der Weltmeister, sondern Michael Preetz durfte einspringen. Luizao hütete sich, Unmut über seine Nichtberücksichtigung zu äußern. Den hatte er, sehr zum Ärger von Stevens, Tage zuvor in einem Interview kundgetan. Luizao ruderte zwar schnell zurück, doch das reichte nicht, um in Cottbus dabei sein zu dürfen. Und wenn nicht alles täuscht, ist er auch am Sonnabend nicht dabei, wenn sein Arbeitgeber Hertha BSC im Olympiastadion Bayer Leverkusen empfängt.

Als am Montag und Dienstag trainiert wurde, fehlte Luizao. „Er hat Beschwerden am Kreuzbein. Deshalb haben wir ihm Schonung empfohlen“, sagt Ulrich Schleicher, Herthas Mannschaftsarzt. Möglicherweise kann der Brasilianer heute, vielleicht auch erst morgen wieder ins Training einsteigen. Und was das bei Stevens bedeutet, ist klar. „Wenn jemand nach einer Verletzung wieder fit ist, heißt das nicht, dass er auch für einen Einsatz in Frage kommt. Zwangsläufig hat er Defizite“, sagt Stevens immer wieder.

Defizite waren es, die beim 16-maligen brasilianischen Nationalspieler stets beanstandet wurden. „Er muss fit werden, dann bekommt er auch die Chance, die er verdient“, hat Manager Dieter Hoeneß wiederholt gesagt. Anfangs hatten Herthas Verantwortliche Verständnis dafür, dass Luizao nach der WM nicht in bester körperlicher Verfassung war. Dass Luizao dann nach Saisonbeginn noch einmal in seine Heimat zurückkehrte, registrierten Hoeneß und Stevens mit unverhohlener Kritik.

Fast drei Monate nach seinem Debüt bei Hertha wissen Hoeneß und Stevens noch immer nicht, was sie an Luizao haben. 3,5 Millionen Euro soll er pro Jahr kosten. Luizaos bisherige Bilanz: 225 von 810 Bundesliga-Minuten mitgespielt, zweimal ein- und einmal ausgewechselt, kein Tor. Als Luizao am 17. August beim Spiel gegen Stuttgart auflief, gab es Ovationen. In Cottbus durfte er nicht mal die letzten vier Minuten dabei sein.

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