Sport : Deisler fällt noch länger aus

Sebastian Deisler kann in diesem Jahr nicht mehr Fußball spielen. Der 21-Jährige fällt nach seiner erfolgreichen Knieoperation in Vail/Colorado für die WM-Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft aus und wird seinem Verein Hertha BSC neun Wochen lang fehlen. Hertha hatte ursprünglich nur mit einer Pause von sechs Wochen gerechnet.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Nach der Rückkehr Deislers aus den USA am Donnerstag erwartet Herthas Präsident Bernd Schiphorst Aufklärung über dessen Zukunft. "Ich gehe davon aus, dass er geht. Bisher wissen wir das nur von den Bayern. Ich hoffe, dass er uns auch bald informiert", sagte Schiphorst. Zugleich bestätigte der Präsident, dass sich sein Verein für Spieler des FC Bayern interessiere: "Auch in München gibt es Spieler, die weg wollen und sich nach neuen Vereinen umsehen. Berlin ist eine gute Adresse." Im Gespräch bei Hertha sind Spielmacher Stefan Effenberg und Stürmer Alexander Zickler.

Für Rudi Völler war Deislers Absage nicht die einzige unangenehme Nachricht. Zweieinhalb Wochen vor dem ersten Endspiel gegen die Ukraine erfuhr der Teamchef der deutschen Nationalmannschaft auch noch, dass er alle Hoffnungen auf ein rechtzeitiges Comeback des Münchners Mehmet Scholl abschreiben kann. Bayern Münchens Trainer Ottmar Hitzfeld schloss eine schnelle Rückkehr der Münchner Rekonvaleszenten aus. "Erst in drei bis vier Wochen ist mit Scholl zu rechnen", sagte Hitzfeld. Auch Stürmer Carsten Jancker muss länger als zunächst erwartet pausieren. "Er hat noch eine Woche Trainingsverbot", sagte Hitzfeld. Jancker hatte bereits gegen Finnland pausieren müssen. Der Leverkusener Stürmer Oliver Neuville ist zudem gesperrt.

Eine Entwarnung gab es dagegen für Jens Nowotny: Die langwierige Knieverletzung des Nationalspielers von Bayer Leverkusen hat sich lediglich als Meniskusreizung und nicht als eine schwerwiegendere Verletzung herausgestellt. Die Diagnose erhielt Nowotny einen Tag nach Leverkusens 2:1-Sieg in der Champions League bei Fenerbahce Istanbul.

Rechtzeitig zu den Spielen gegen die Ukraine meldete sich auch Lothar Matthäus noch einmal zu Wort - mit deutlicher Kritik an der Arbeitseinstellung der deutschen Nationalspieler. Diese sollten sich "mehr ihrem Beruf widmen", sagte Matthäus in einem Gespräch mit "Sportbild". Viele seien "zu schnell zufrieden, sie holen nicht das Potenzial heraus, das in ihnen steckt. Es macht mich fuchsteufelswild, wenn Spieler ihre Chance nicht nutzen, nur weil sie zu faul sind". Dabei traut Matthäus dem dreimaligen Welt- und Europameister nicht nur die Qualifikation für die WM in Südkorea und Japan zu, sondern noch viel mehr: "Ich bin mir sicher, dass wir mit Völler bei der WM unter die letzten Acht kommen. Wir sind auf höchster Ebene konkurrenzfähig. Wenn die Spieler ihre Möglichkeiten abrufen, brauchen sie sich nicht mal hinter Frankreich zu verstecken." Völler müsse die Spieler bei der Ehre packen, Reibungspunkte setzen und manche "tagtäglich in den Arsch treten".

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