Sport : Déjà-vu mit Wiese

Werders Torhüter patzt beim 0:2 in Glasgow

Vielleicht wäre es für Tim Wiese besser gewesen, nirgendwo wären irgendwelche Bewegtbilder vom gestrigen Uefa-Cup-Achtelfinale bei den Glasgow Rangers zu sehen gesehen. Doch auch live im Internet des Werder-TV blieb nicht verborgen, dass zwei fatale Fehler des Torhüters eine überflüssige 0:2 (0:1)-Niederlage Werder Bremens bei den Glasgow Rangers verantworteten. Das Rückspiel am 13. März im Bremer Weserstadion wird nun zum Kraftakt.

Der erste Fauxpas des Schlussmannes, der sich bekanntlich für gut genug hält, auch in der Nationalelf die Bälle zu halten, ereignete sich in der 45. Minute. Einen aus der Verzweiflung abgegebenen Fernschuss von Daniel Cousin, hoch auf den Tormann gezielt, bekam Wiese beim recht lässigen Fangversuch nicht zu packen, das Nachfassen missriet zum Akt der Hilflosigkeit. Glasgows Franzose konnte wie 50 000 Augenzeugen kaum fassen, dass der Ball hernach hinter der Linie lag – höhnisches Gelächter dröhnte durch das Stadion, das bis dato eine ziemlich spannungsarme Europapokal-Begegnung verfolgt hatte. Damit aber nicht genug: Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen und hatte Cousin nach einem Ballverlust von Daniel Jensen flach abgezogen, boxte der Bremer Schlussmann den Ball dilettantisch nach vorne, Steven Davis grätschte die Kugel dankend über die Linie.

„Bei Werder wird man diesen Abend bestimmt genießen“, hatte Rangers-Teammanager Walter Smith süffisant prophezeit. Ob er gewusst hat, was Wiese widerfahren würde? Mangelnde Konzentration ist eine Erklärung für die unfassbaren Fehler, was fatal an einen Fehlgriff vor fast auf den Tag genau zwei Jahren im Champions-League-Achtelfinale bei Juventus Turin erinnerte. Zur Ehrenrettung Wieses sei gesagt: Auch seine Vorderleute wirkten nicht gerade glücklich. Obwohl die Schotten anfänglich sichtbar das Risiko scheuten, kam das Bremer Kombinationsspiel kaum auf Touren. Vor allem Diego, obwohl ja ausgeruht, setzte sich kaum in Szene.

Werder und Wiese müssen die Peinlichkeit schnell abhaken. Bereits morgen steigt das Bundesliga-Spiel beim VfB Stuttgart. Das avisierte heutige Training in der Nähe von Glasgow sagte Trainer Thomas Schaaf übrigens ab. Aber nicht, weil Wiese schnell aus Schottland weg wollte, sondern weil die Platzverhältnisse zu schlecht sein sollen.

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