DEL : Am Schluss zu großspurig

Am Anfang sah es noch so aus, als würden die Kölner überhaupt keine Chance gegen gegen die spielerisch und läuferisch überlegenen Gäste aus Berlin haben. Die Eisbären unterlagen den Kölner Haien aber schließlich doch mit 3:5.

Christiane Mitatselis

KölnDon Jackson, der Trainer der Eisbären Berlin, hat sich in diesen Tagen mit einem Problem herumgeschlagen, um das ihn viele Kollegen in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) beneiden werden. „Es ist nicht einfach. Wir stehen an der Spitze und alle wollen uns da oben wieder weg haben“, sagte der Coach des Deutschen Meisters. Vor der Länderspielpause hatten die Adler Mannheim versucht, die Eisbären zu besiegen – und ein 2:5 kassiert. Am Freitagabend machten es die Kölner Haie vor allem im letzten Drittel besser, und brachten die Hauptstädter von ihrem Erfolgskurs ab. Mit 5:3 (2:1, 0:2, 3:0) bezwangen sie die Berliner, die zwar spielerisch überlegen waren, aber vor allem gegen Spielende zu großspurig in der Kölnarena aufgetreten sind.

Am Anfang aber sah es so aus, als würden die Kölner überhaupt keine Chance gegen gegen die spielerisch und läuferisch überlegenen Gäste aus Berlin haben. In den ersten Minuten spielten die Eisbären die Kölner in deren Drittel schwindelig, sie konnten kombinieren wie in Überzahl. Tyson Mulock schloss schon nach 130 Sekunden zum 1:0 für die Eisbären ab. Laute „Dynamo“-Rufe ertönten im Gästeblock. Doch die gut 100 aus Berlin angereisten Fans wurden schnell wieder leiser.

Denn ihre Eishockey-Profis leisteten sich in den restlichen Minuten des ersten Drittels etliche Fehler und Unaufmerksamkeiten, durch die die Haie zurück ins Spiel kamen. Zunächst konnte Bryan Adams nach einem Weitschuss Mirko Lüdemanns den Abpraller ungehindert zum 1:1 verwandeln (11. Minute). Drei Minuten später verlor Andy Roach an der blauen Linie einen Zweikampf gegen Kölns Kevin Hecquefeuille, der Franzose bediente Dusan Frosch auf der rechten Seite und der überwand den machtlosen Eisbären-Goalie Rob Zepp. So gingen die Haie mit einer 2:1-Führung in die erste Pause – wovon sie wohl selbst ein überrascht waren.

Auf jeden Fall gab ihnen die Führung Elan. Sie starteten aggressiv und mit viel Zug zum Berliner Tor in den zweiten Abschnitt und kamen zu etlichen Chancen, doch ob Bryan Adams oder Martin Bartek – alle scheiterten sie am Neu-Nationalspieler Zepp im Berliner Tor. Die Haie kämpften, und die Tore schossen die Berliner. Aufgrund ihrer überlegenen individuellen Klasse brauchten sie dazu nur wenige Möglichkeiten: So schaffte Derrick Walser in der 30. Minute, frei neben dem Kölner Tor postiert, mit einer schönen Direktannahme den 2:2-Ausgleich. Kurz darauf zog Richie Regehr von der blauen Linie ab – es stand 3:2 für Berlin.

Und wieder kämpften sich die Haie zurück: Die Berliner waren wohl zu Beginns des Schlussdrittels mit den Gedanken noch woanders, jedenfalls nahmen sie Adams nicht ernst, der Zepps Tor umkurvte – und ungehindert das 3:3 erzielte (42.). Die Eisbären machten zunächst das Spiel in der 50. Minute hatte Walker eine Riesenchance, doch er scheiterte an Kölns Keeper Lars Weibel. Die Tore aber schossen nun die Kölner Eishockeyspieler, die die Berliner Fahrlässigkeiten ausnutzten. Stephane Julien erzielte in Überzahl das vielumjubelte 4:3 (56.). Den Endstand stellte Ivan Ciernik 30 Sekunden vor der Schlusssirene her.

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