DEL : Die Eisbären tun sich schwer in der Heimat

Die Eisbären spielten gegen Hannover viel zu ungeduldig und verloren ihr zweites Heimspiel in Folge. Am Sonntag in Kassel soll es besser laufen bei den Berlinern.

Claus Vetter

Berlin - Gewonnen hatten sie, die Hannover Scorpions, und beim 2:0-Erfolg den Deutschen Meister Eisbären Berlin in seiner wieder einmal proppevollen Arena mit Defensiv-Eishockey zum Narren gehalten. Und so war es verständlich, dass kurz nach der Schlusssirene ein Großteil der 14 200 Zuschauer aus der Halle am Ostbahnhof floh. Jene kleine Episode, die sich noch in einem Gang der Arena abspielte, konnte kaum jemand mitbekommen. Da hüpfte Hannovers Trainer Hans Zach aufgeregt umher neben einem frustrierten Berliner Trainer Don Jackson und lamentierte mit hochrotem Kopf. „That was no Spieldauerstrafe“, sagte Zach zu Jackson.

Es war in der Tat ein wenig seltsam, wie sich Zach über eine Hinausstellung seines Spielers Sachar Blank aufregte, denn schließlich hatte Hannover ja gewonnen. Aber das scheint in der Deutschen Eishockey-Liga eben nichts Besonderes mehr zu sein: Die Eisbären haben jetzt seit vier Heimspielen in ihrer neuen Arena nicht nach 60 Spielminuten gewinnen können. Hannover hat wie schon beim 5:3-Sieg im ersten Saisonspiel beider Teams gezeigt, wie verwundbar die Berliner sind. Mit Ruhe und guter Abwehr ist den Eisbären beizukommen: Denn gegen Hannover wirkte das Berliner Spiel in der Defensive zu unruhig, zu ungestüm waren die Angriffe und zu ungenau die Torschüsse. „Die Hannoveraner spielen eben sehr geordnet, da bekommst du kaum einen Nachschuss“, sagte Eisbären-Kapitän Steve Walker. „Mit dem Kopf durch die Wand“ habe seine Mannschaft gewinnen wollen, das aber sei kein gutes Rezept. „Wir haben zwar nicht schlecht gespielt, aber wir müssen unsere Geduld unbedingt wieder zurückgewinnen.“

Es scheint so, als sei es momentan in der Liga bei den Eisbären mit der Konzentration nicht mehr so weit her. Wer am Mittwoch beim Finnischen Meister Kärpät Oulu gewinnt, der kann zwei Tage später doch wohl zuhause gegen Hannover gewinnen – das mögen sich die Eisbären nach ihrem guten Auftritt in der Champions League in Oulu gedacht haben. Ihr Trainer Don Jackson jedenfalls war nach der Niederlage gegen die Niedersachsen bedient. „Ich will, dass wir wieder das spielen, was wir spielen können“, sagte er. Am Sonntag kann Jacksons Mannschaft damit anfangen, im Gastspiel beim Aufsteiger Kassel Huskies. Claus Vetter

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