DEL : Eisbären schlagen Augsburger Panther 5:2

Die Eisbären haben den Rhythmus wiedergefunden: Nach der Niederlage in Düsseldorf besiegen sie Augsburg souverän 5:2.

Katrin Schulze

Berlin – Geht doch! So war die Geste von Stefan Ustorf wohl zu deuten. Der Angreifer der Eisbären nickte seinem Passgeber anerkennend zu und brachte trotz fehlender vorderer Zahnreihe ein überaus strahlendes, ja fast schon freches Lächeln hervor. Gerade hatte er gegen die Augsburger Panther die 1:0-Führung für seine Mannschaft erzielt. Nach der 2:6-Niederlage in der zuvor absolvierten Partie in Düsseldorf zeigte der Deutsche Meister gestern, dass er es doch vermag, ansehnliches und erfolgreiches Eishockey zu spielen. Mit 5:2 (1:1, 3:0, 1:1) schlugen die Eisbären den Tabellenfünften aus Augsburg.

In der sechsten Spielminute war es, als Ustorf nach Vorlage seines Sturmpartners Jeff Friesen zu dem kleinen Freudenszenario ansetzte. Und den Berliner Anhang zu vorlauten Gesängen animierte. „Nur noch zehn“, hallte es von den voll besetzten Rängen – als Erinnerung an den vorerst letzten Sieg der Eisbären gegen die Augsburger. In der vergangenen Saison feierte der Deutsche Meister gegen eben jene Gäste aus Bayern beim Eröffnungsspiel der neuen Berliner Großarena mit einem satten 11:0 seinen höchsten Sieg in der Geschichte der Deutschen Eishockey-Liga. Dass es für die Berliner gestern nicht zu einem ähnlich hohen Resultat reichte, war vor allem der anfänglichen Gegenwehr der Gäste zuzuschreiben. „Im ersten Drittel spielte Augsburg aggressiv“, wie Berlins Verteidiger Richie Regehr befand. „Das führte dazu, dass wir sehr viele Pucks verloren haben.“

Eine dieser Nachlässigkeiten nutzten die Panther kurz vor der ersten Drittelpause zum Ausgleich: Augsburgs Darin Olver trickste den Berliner Goalie Rob Zepp mit einem Täuschungsmanöver aus und lupfte den Puck sehenswert ins Tor. Doch wer dachte, dass die Panther nun mutiger aufspielen würden, der irrte. Vielmehr reizten sie mit ihrem Treffer die Eisbären, denn ab dem Mitteldrittel präsentierten sich die Gastgeber zusehends aufgeweckter und kreativer. Nachdem sie ihren Gegner zu mehreren Strafen verführt hatten, konnten sich die Berliner auch über weitere Tore freuen: Richie Regehr, Andy Roach und Denis Pederson trafen jeweils in Überzahl – und erheiterten so auch ihren Trainer. „Ich bin glücklich, dass unser Powerplay wieder so gut funktioniert hat, denn darauf habe ich das Training in der vergangenen Woche fokussiert“, sagte Don Jackson.

Der Frust nach der Niederlage in Düsseldorf war bei den Eisbären schnell wieder allgemeiner Zufriedenheit gewichen. Was gegen Augsburg mit einem verschmitzten Lächeln von Stefan Ustorf begonnen hatte, entwickelte sich unter dem Gegröle der 14 200 Zuschauer in der ausverkauften Arena zu einem kollektiven Jubelreigen, der seinen Höhepunkt nach Richie Regehrs schönem Fernschuss zum 5:1 fand. Dass kurz vor Schluss auch Augsburg durch Tyler Beechey einigermaßen unvermittelt noch ein Tor gelang, führte lediglich zu einer Randnotiz auf Don Jacksons kleinem Zettelchen. Das Gesamturteil des Eisbären-Trainers konnte es aber nicht beeinflussen: „So ein Erfolg nach einer derartigen Niederlage zeichnet eine große Mannschaft aus.“

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