DEL : Eisbären schlagen Ingolstadt 4:3

Nach Schwierigkeiten zum Anfang besiegen die Berliner Eisbären den ERC Ingolstadt noch 4:3.

Katrin Schulze
firo
Auch schlagende Argumente helfen nicht. Die Ingolstädter versuchen vergeblich, den Berliner Frank Hördler zu ärgern.Foto: firo

Berlin - Auf Youri Ziffzer ist Verlass. Zum siebten Mal stand der Torhüter gestern Nachmittag beim EHC Eisbären zwischen den Pfosten. Und zum siebten Mal verließ seine Mannschaft als Sieger die Eisfläche. Beim 4:3 (1:0, 2:1, 1:2)-Erfolg des Tabellendritten gegen den ERC Ingolstadt präsentierte sich Ziffzer wieder in blendender Verfassung. Dabei ist seine Statistik genauso überragend wie überraschend. Schließlich ist der Eishockey-Nationaltorhüter bei den Eisbären sonst meist nur zweite Wahl hinter Stammtorhüter Rob Zepp.

Ziffzers Arbeitstag begann am Sonntag allerdings eher gemächlich, denn beide Teams beschränkten sich vornehmlich auf einen kontrollierten Spielaufbau – erstaunlich, hatten sich doch gerade die Gäste viel vorgenommen: Nach einem Trainerwechsel schlugen die Ingolstädter zuletzt den EHC Wolfsburg und die Düsseldorfer EG. Gegen die Eisbären offenbarte das Team von Greg Thomson jedoch zunächst insbesondere im Angriff deutliche Schwächen.

Besser machten es die Berliner: Obwohl sie im ersten Drittel ähnlich harmlos begannen wie die Gäste, erbeiteten sie mit zunehmender Spieldauer die besseren Chancen. Die erste aussichtsreiche Gelegenheit vergaben die Eisbären nach gut zehn Minuten noch: Nachdem Mark Beaufait mit einem strammen Schuss am Pfosten gescheitert war, parierte Jimmy Waite im ERC-Tor den Nachschuss von Eisbären-Verteidiger Deron Quint. Kurze Zeit später machte es der beste Berliner Scorer dieser Saison besser. Nach Vorlage von Florian Busch beförderte Quint den Puck in Überzahl mit der Rückhand ins Tor.

Ein Treffer mit Wirkung: Die 13 000 Zuschauer in Arena am Ostbahnhof sahen nun ein deutlich muntereres Spiel, da sich auch Ingolstadt endlich dazu entschied, ernsthaft dagegenzuhalten. „Der ERC zeigte sich dann sehr selbstbewusst“, sagte auch der Berliner Trainer Don Jackson. Und das mit Erfolg: Yannic Seidenberg hatte nach einem einsamen Sprint in Richtung Eisbären-Tor keine Mühe, Youri Ziffzer zu überwinden – der Ausgleich.

Ansonsten schien den Gastgebern intensivere Spielführung besser zubekommen als den Bayern, wie auch Stürmer Denis Pederson fand: „Wir haben es geschaft, Ingolstadt gut unter Druck zu setzen.“ Der Druck fand seinen Ausdruck in weiteren Toren für die Eisbären: Erst nutzte Pederson selbst einen einigermaßen unorthodoxen Ausflug des Ingolstädter Torwarts zum 2:1, danach erhöhte Mark Beaufait im Powerplay. Damit nicht genug: Den schönsten Spielzug der Partie über André Rankel und Constantin Braun schloss Stürmer Sven Felski erfolgreich zum 4:1 ab. „Da dachte ich schon, alles wäre gelaufen“, sagte Pederson, der allerdings eines Besseren belehrt wurde.

Ingolstadt profitierte im Schlussdrittel nämlich von einigen Fehlern der Eisbären und machte es noch einmal spannend: Thomas Greilinger und Duncan Milroy trafen für die Gäste und beunruhigten damit nicht nur Don Jackson hinter der Bande. „Zuletzt haben wir nicht mehr so intensiv agiert wie zuvor“, sagte der Berliner Trainer. „Aber glücklicherweise hatten wir einen sehr guten Torhüter, der dem Druck standhielt.“ 

Torwart Youri Ziffzer bekam kurz vor Schluss, als der ERC Ingolstadt auch noch seinen Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm, in der Tat allerhand zu tun. Und auch nach der Partie war sein Einsatz längst nicht beendet. Als letzter Profi betrat Ziffzer sichtlich mitgenommen die Kabine der Eisbären. Zuvor ließen ihn die lautstarken Berliner Anhänger gleich mehrere Ehrenrunden drehen.

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