DEL : Eisbären siegen bei den Freezers

Der Meister unterstreicht mit einem 3:2-Sieg bei den Hamburg Freezers, warum er in der Hansestadt ein ungern gesehener Gast ist. Dabei lagen die Berliner nach dem ersten Drittel schon mit 0:2 zurück.

Edgar Wieschendorf[Hamburg]

Mit gemischten Gefühlen empfingen die Hamburg Freezers am Sonntag den amtierenden deutschen Eishockeymeister aus Berlin. Das hatte verschiedene Gründe: Die bereits sechs Spiele andauernde Niederlagenserie des Tabellenletzten wirkte im Vergleich mit den Dauersiegern aus der Hauptstadt wenig vielversprechend. Zudem spielen die Freezers ihre 13.104 Zuschauer fassende Arena dieser Tage praktisch leerer und leerer. Der Besucherschnitt ist mittlerweile auf für Hamburger Sportverhältnisse erschütternde 7.044 Zuschauer gesunken. Eigentlich kam daher der publikumsträchtige Tabellenführers aus Berlin gerade recht, denn zum letzten Mal ausverkauft war die Hamburger Arena am 26. Dezember 2007 – gegen die Eisbären Berlin. Doch davon war am Sonntag nicht viel zu sehen, nur 7.291 Zuschauer verirrten sich in die Halle. Die Gäste interessierte das alles herzlich wenig, sie setzten ihre Serie fort: 3:2 (0:2, 2:0, 1:0) siegte das Ensemble von Trainer Don Jackson in Hamburg und feierte den sechsten Sieg in Serie.

Erschwerend kam für die Gastgeber hinzu, dass sie die vorangegangenen sieben Begegnungen gegen die Eisbären verloren hatten. Immerhin: Bei den Hamburgern kehrten Verteidiger Paul Manning nach seinen Nackenproblemen und Nationalspieler John Tripp nach einer Matchstrafe in das Team zurück. Das hatte durchaus Auswirkungen: Hamburg war in der Auftaktphase die dominierende Mannschaft und führte durch die Treffer von Clarke Wilm nach 97 Sekunden und Jason King (11. Minute) verdient mit 2:0.

Bei den Berlinern fielen zunächst nur die goldenen Meisterhelme auf, die jedoch angesichts des verschlafenen Starts eher in ein Rembrandt-Museum denn auf das Eis gehörten. Im zweiten Drittel forcierten die Eisbären allerdings das Tempo und gewannen auch mehr und mehr Zweikämpfe. Doch das Haupthindernis stand im Hamburger Tor. Der neue Keeper aus den USA, Robert Goepfert, strahlte Ruhe aus und entschärfte meist souverän die Berliner Schüsse. Der 26-Jährige hatte zuletzt eher mäßigen Erfolg in Salzburg gehabt. Erst in der 31. Minute gelangt den Gästen durch André Rankel in Überzahl das 1:2.

Fortan ging es im flotten Meistertempo weiter: nur drei Minuten später glich Tyson Mulock zum 2:2 aus. Die Partie war wieder offen. Im Schlussdrittel setzte sich die größere Klasse der Berliner durch, der Siegtreffer von Verteidiger Richie Regehr nach einem schön herausgespielten Konter war hübsch anzusehen und brachte die Grundtugenden der Sportart Eishockey wie Tempo, Zweikampfstärke und Schusstechnik gekonnt zum Ausdruck. Die Hamburger Eishockeyprofis spielten und kämpften lange Zeit auf Augenhöhe des Meisters aus Berlin. Doch nach inzwischen sieben Niederlagen in Folge fehlte es dem Team von Trainer Paul Gardner am Sonntag an Selbstvertrauen und Esprit, um die Eisbären in Bedrängnis zu bringen.

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