DEL: Köln kommt nach Berlin : Haie? Schlechter geht’s nicht

Kölns kriselnde Haie kommen zur Meisterschaftsrevanche nach Berlin. Die Eisbären erwarten über 14.000 Zuschauer in ihrer ausverkauften Arena.

Claus Vetter
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Da jubelte Berlin. Im April gewannen die Eisbären den Titel im Finale gegen Köln.Foto: dpa

Erst versagte der Cheftrainer, dann versuchte sich der Kotrainer und nun soll es also der Torwarttrainer richten. Doug Mason, Clayton Beddoes und jetzt Rupert Meister – irgendwann werden sie bei den Kölner Haien wohl den Zeugwart zum Coach machen. Schlechter kann es ja auch nicht werden. Den vorläufigen Höhepunkt der größten Krise in der Geschichte des Eishockeytraditionsklubs gab es am Sonntag. Da quälten die Haie immerhin noch über 11.000 Zuschauer in der Kölnarena. Sie verspielten im letzten Drittel eine 3:1-Führung gegen den biederen EHC Straubing und verloren 3:4. Kaum zu fassen, fand Kölns Manager Rodion Pauels. Er sagte nach der Blamage: „Wir finden immer einen Weg, ein Spiel zu verlieren.“

Mason, Beddoes, Meister – keine Konstanz bei den Trainern, die besten Spieler haben die Haie ziehen lassen und dann traf sie natürlich die tragische Erkrankung ihres Torwarts Robert Müller schwer. Nach dem Spiel gegen Straubing haben die Haie nun Stürmer Mike Johnson wegen zu schwacher Leistung suspendiert. Als Stareinkauf wurde der Kanadier mit fast 700 Spielen in der nordamerikanischen Profiliga NHL geholt, ganze vier Tore hat er in 28 Spielen geschossen.

Rupert Meister ist schon der dritte Kölner Trainer in dieser Saison

Das Kölner Produkt einer unglücklichen Personalpolitik steht in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zurzeit auf Platz 14. Kaum zu glauben, findet Trainer Don Jackson vom Tabellenzweiten Eisbären Berlin. „Dass Köln so schwach ist, schadet der ganzen Liga. Sie sind eben ein Klub mit Strahlkraft und so ein Team wollen die Zuschauer in den Play-offs sehen.“

Haie und Play-offs? Damit wird es wohl nichts. Dabei ist die Hauptrunde in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gerade erst einmal zur Hälfte vorbei. Beim Publikum aber ziehen die Kölner noch immer, ihr Gastspiel am Dienstag in der O2-World (Beginn 19.30 Uhr) war bereits am Montag ausverkauft.

Wegen zu schwacher Leistungen haben die Haie Stürmer Johnson suspendiert

Dabei hat das Duell des Meisters gegen den Meisterschaftszweiten aus der vergangenen Saison an sich wenig Glanz zu bieten. Von den Kölnern sind keine sportlichen Raffinessen zu erwarten, und die Eisbären schludern sich mit ihrem gesundheitlich angeschlagenen Kader so gut es geht über die Runden. Trainer Jackson bekommt zurzeit kaum zwei gute Verteidigungsreihen zusammen. Zuletzt kam dabei am Sonntag ein 6:4 gegen Wolfsburg heraus.

Immerhin hat Trainer Jackson gegen Wolfsburg „ein sehr gutes Powerplay“ seiner Mannschaft gesehen. Sein Stürmer Alexander Weiß wollte die insgesamt durchwachsene Darbietung seiner Mannschaft dann auch nicht glorifizieren. „Wir haben drei Punkte geholt und ein bisschen Selbstvertrauen gewonnen“, sagte Weiß. „Wenn wir so weitermachen, sollten wir Köln schlagen können.“

Die Eisbären können mit einem Sieg sogar Tabellenführer werden. Dazu müsste allerdings Hannover zeitgleich das Heimspiel gegen Straubing verlieren. Davon ist jedoch nicht auszugehen.

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