DEL : Meister Berlin gewinnt Topspiel

Die Berliner Eisbären stehen weiter unangefochten an der Tabellenspitze der Deutschen Eishockey-Liga. Dass es bei diesem Kräftemessen für beide um mehr ging als bloß drei Punkte, wurde in vielen Szenen deutlich.

Tom Hoffmann[Frankfurt]

Die Eisbären Berlin haben ihre Spitzenposition in der Deutschen Eishockey Liga einmal mehr mit Bravour behauptet. Die Mannschaft von Trainer Don Jackson besiegte am Freitag einen der ärgsten Verfolger, die Frankfurt Lions, nach einem sehenswerten und hochklassigen Schlagabtausch mit 3:1 Toren (1:0, 1:1, 1:0). Die Treffer für den neuen und alten Tabellenführer erzielten Richie Regehr in Überzahl in der 14. Minute, Sven Felski (27.) und Andy Roach (59.). Für die drittplazierten Hessen, die sich in der Vergangenheit zu so etwas wie einem Angstgegner der Berliner gemausert und fünf der letzten sechs Heimspiele gegen den Titelverteidiger gewonnen hatten, traf lediglich Topscorer Jeff Ulmer (32.).

Vor 7000 Zuschauern im ausverkauften Frankfurter Stadion bewiesen beide Teams vom ersten Bully an, dass sie derzeit zu recht im Klassement so weit oben stehen. Bei den Berlinern erwischte nicht zuletzt Rob Zepp einen guten Abend; der Torwart entnervte die nach dem frühen Rückstand beharrlich auf ihre Chancen lauernden Angreifer des Gegners und war immer dann zur Stelle, wenn es seine Vorderleute an der nötigen Abwehrkraft mangelte. Spektakulär waren insbesondere zwei Paraden gegen Lions-Kapitän Eric Schneider und den aufgerückten Verteidiger Sean Blanchard kurz vor dem ersten Seitenwechsel. Bei ihrem Führungstor spielte den Berlinern in die Karten, dass dem ansonsten ebenfalls souveränen Frankfurter Schlussmann Ian Gordon die Sicht verdeckt war, als sein früherer Teamgefährte Regehr im Powerplay von der blauen Linie abzog.

Dass es bei diesem Kräftemessen für die beiden Rivalen, bei denen einige Protagonisten seit dem Pokalfinale 2008 eine auf Gegenseitigkeit beruhende Abneigung pflegen, um mehr ging als bloß drei Punkte, wurde in vielen Szenen deutlich, als die Cracks auf beiden Seiten bis an die Grenze des Erlaubten um den Puck rangelten; der Schweizer Gast-Schiedsrichter Danny Kurmann konnte über einen Mangel an Arbeit nicht klagen. So verhängte er unter anderem gegen Eisbären-Stürmer Stefan Ustorf, der sich über eine zweiminütige Hinausstellung beklagt hatte, eine Spieldauerdisziplinarstrafe (45.). Ungeachtet dieses Handicaps verteidigten die Berliner gegen furios um den Ausgleich kämpfende Löwen den Vorsprung und waren durch Roach kurz vor Ultimo durch ein Empty-Net-Goal sogar noch ein weiteres Mal erfolgreich.

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