DEL-Play-offs : 4:0 gegen Mannheim - Eisbären vor Finaleinzug

Im dritten Play-off-Halbfinalspiel um die deutsche Eishockeymeisterschaft besiegen die Eisbären Adler Mannheim 4:0. Somit führen die Berliner in der Best-of-five-Serie mit 2:1-Siegen.

Claus Vetter
Für Claus Vetter! Aktueller Eisbär!
Im Netz. Richie Regehr hat zum 2:0 getroffen, Tyson Mulock reißt seinen Schläger jubelnd in die Höhe.Foto: Wende

Richie, Richie, Richie und drei Mal Regehr. Der Spieler, bei dem sich die Eisbären am Freitag nach der Schlusssirene des dritten Halbfinalspiels um die deutsche Eishockeymeisterschaft bedanken konnten, war schnell gefunden. So wurde Regehr dann auch von all seinen Mitspielern geherzt. Dass es nach 32 Spielminuten in der Partie gegen die Adler Mannheim 3:0 gestanden hatte, war vor allem einem Spieler zu verdanken: Richie Regehr. Auch wenn der Schütze des ersten Treffers nach Spielende noch korrigiert wurde. Mark Beaufait hatte den Schlagschuss von Regehr noch abgefälscht. Der Berliner Erfolg mit den zwei Toren von Regehr fiel sogar noch klarer aus: 4:0 (2:0, 2:0, 0:0) siegten die Eisbären vor 14.200 Zuschauern in der ausverkauften Arena in Friedrichshain.

4:0, 1:6 und nun 4:0 aus Berliner Sicht, so lauten die drei abwechslungsreichen Ergebnisse dieser Best-of-five-Serie, die von den Eisbären am Sonntag mit einem dritten Sieg in Mannheim beendet werden kann.

„Schlappschuss“ - so heißt der Hollywood-Film, den wohl die Mehrheit unter den Anhängern rustikalen Eishockeys kennt. In dem Film mit Holllywood-Star Paul Newman und dem schöneren Originaltitel „Slap Shot“, prügelt sich eine abgehalfterte Truppe wenig regelkonform zum Titel. Aber das Team hat das Glück, dass es die Schiedsrichter nicht immer ganz so genau nehmen. In abgeschwächter Form ließ sich das für das zweite Halbfinalspiel der Eisbären in Mannheim auch den Herren Daniel Piechaczek und Rick Looker unterstellen. Sie schauten bei etlichen Mannheimer Ruppigkeiten am Dienstag lieber weg. Allerdings ließen sich die Eisbären auf dem Weg zur 1:6-Niederlage auch zu sehr einschüchtern von den robusten Mannheimern.

Florian Busch musste am Kopf genäht werden

Am Freitag war beides nicht der Fall: Dasselbe Schiedsrichterduo griff durch und die Eisbären hielten körperlich mit. Da die Mannheimer gleich zu Anfang mal die Belastbarkeit ihres Gegners und die Geduld der Unparteiischen austesteten, kamen die Berliner früh zu ihren ersten Überzahlspielen und nutzten dies auch. Schon in der dritten Spielminute traf Regehr mit einem Schuss von der blauen Linie zum 1:0 für die Eisbären, Beaufait hatte wohl noch abgefälscht. Fünf Minuten später war es dann schon wieder der kanadische Verteidiger in Diensten der Eisbären, der ein Berliner Powerplay erfolgreich abschloss.

Mannheims Trainer Teal Fowler hatte da schon genug gesehen. Er nahm eine Auszeit, um seine hektisches Truppe zu beruhigen. Vorübergehend half das sogar, die Adler wurden ein wenig disziplinierter und kamen auch zu einigen Chancen. Die beste davon hätte Rick Girard haben können. Aber bevor der Mannheimer Center schießen konnte, klaute ihm ein Berliner die Scheibe mit einem eleganten Trick vom Schläger – Richie Regehr, wer sonst. Die Show des Berliner Kanadiers wurde dann im Mitteldrittel für kurze Zeit unterbrochen, weil Mannheims Colin Forbes den Berliner Florian Busch ordentlich in die Bande fuhr. Forbes erhielt für sein Foul zu Recht von den bei ihrer Entscheidungsfindung viel zu lange zögernden Schiedsrichtern eine Matchstrafe. Der Kanadier wird somit in der Halbfinalserie nur noch zuschauen dürfen.

Das erste Tor, was er als Zuschauer hätte sehen können, bekam Forbes nur akustisch durch den Jubel der Berliner Fans mit. Forbes war gerade in der Mannheimer Kabine verschwunden, als die Eisbären im Powerplay auf 3:0 erhöhten. Durch Regehr, natürlich. Derweil wurde die Kopfverletzung, die Florian Busch durch den Einsatz von Forbes erlitten hatte genäht. Fünf Stiche am Kopf, zwei Stiche an der Nase und wenig später stand Busch wieder auf dem Eis. „Schlappschuss“ live in der Arena sozusagen. Aber es gab natürlich auch noch viele schöne Berliner Spielzüge auf dem Eis zu bestaunen, einen davon schloss Denis Pederson im Mittelabschnitt mit dem Treffer zum 4:0 ab.

Mannheim war auch im letzten Drittel ohne Chance

Im letzten Drittel spielten die Mannheimer dann weiter schmutziges Eishockey ohne jegliche spielerische Inspiration, die sie doch am Dienstag beim 6:1 über die Eisbären noch deutlich gezeigt hatten. Die Eisbären hatten in ihren vielen Überzahlspielen einige gute Torchancen, allerdings auch schon einen leichteren Gang eingelegt. Am Ende hatte Berliner Spielfreude gegen die mit insgesamt 73 Strafminuten belohnte Mannheimer Ruppigkeit klar besiegt. Der Frust nach dem 1:6 am Dienstag hatte den Eisbären offensichtlich einen Energieschub gebracht. „Am liebsten hätten wir nach der Pleite schon am Mittwoch das nächste Spiel gehabt“, sagte Manager Peter John Lee. Zwei Tage später, also am Freitag, war auch in Ordnung für die Berliner, die sich nun am Sonntag für die Finalserie qualifizieren können.

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