DEL-Play-offs : Adler Mannheim vor siebtem Meistertitel

Nur noch einen Sieg vom Titel entfernt: Die Adler Mannheim gewinnen das fünfte Spiel der Finalserie gegen Ingolstadt - und können am Mittwoch eine neue Ära starten.

Nah am Titel: Mannheims Tardif (m.) jubelt mit Teamkollege Plachta über sein Tor zum 3:1. Foto: dpa
Nah am Titel: Mannheims Tardif (m.) jubelt mit Teamkollege Plachta über sein Tor zum 3:1.Foto: dpa

Die Adler Mannheim können ihre famose Eishockey-Saison am Mittwoch mit dem siebten deutschen Meistertitel krönen. In einem spannenden fünften Finalspiel sicherte sich der Hauptrunden-Sieger mit dem 3:1 (2:0, 0:1, 1:0) gegen Titelverteidiger ERC Ingolstadt den zweiten Sieg nacheinander und liegt in der Best-of-Seven-Serie nun mit 3:2 vorn. Mit einem Auswärtserfolg in Ingolstadt würde der Champion von 2007 erstmals wieder die Meisterschaft perfekt machen.

Stehend und singend feierten die Mannheimer Fans in den letzten Minuten schon den möglichen Titel. Doch Adler-Torschütze Andrew Joudrey warnte im Fernsehsender ServusTV: „Es wird noch ein langer Weg. Spiel sechs wird noch härter.“ Joudrey (18. Minute) hatte nach der Führung durch Jonathan Rheault (14.) den zweiten Treffer der Adler erzielt. Jamie Tardif (48.) sorgte vor 13 600 Zuschauern für die Enscheidung. Für die Ingolstädter war nur Ryan MacMurchy (22.) erfolgreich. ERC-Trainer Larry Huras hatte nur „kleine Fehler“ seiner Mannschaft gesehen und kündigte an: „Wir sind frisch, wir sind bereit.“ Bei den Adlern war das Selbstvertrauen aus der souverän gewonnenen Hauptrunde zurück - das zeigte sich zwei Tage nach dem Serien-Ausgleich in Ingolstadt. Beide Teams spielten nicht ganz so physisch wie zuletzt, die bereits gespielten vier Final-Duelle schienen ihren Tribut zu fordern. Bei den Mannheimern war Nationalstürmer Frank Mauer wieder dabei. Seine Beinverletzung vom Freitag hatte sich nicht als schwerwiegend herausgestellt.

Dämpfer schnell verdaut

Vor dem ersten Tor verlor der ERC im Vorwärtsgang den Puck. Rheault schaltete am schnellsten und für das 1:0. „Wir haben was vor. Wir wollten gut aus der Kabine kommen“, berichtete Christoph Ullmann. Kurz darauf hatte Derek Hahn den Ausgleich auf dem Schläger, aber Adler-Goalie Dennis Endras parierte auf dem Bauch liegend glänzend. Als eine Strafe gegen den ERC angezeigt war, nutzte der sechsfache deutsche Meister das Sechs gegen Fünf zu einer Traumkombination über Brandon Yip und Ullmann. Am Ende erzielte Joudrey das 2:0 - es war das erste Adler-Tor in Überzahl in den Finalspielen.

Aber: Die Reste einer Zeitstrafe gegen Kai Hospelt waren gerade abgelaufen, da sorgte MacMurchy zu Beginn des zweiten Drittels für unzufriedene Gesichter bei den Adlern. In seinem ersten Playoff-Spiel nach Verletzung nutzte er eine Überzahlsituation zum Anschluss. Den kleinen Dämpfer verdauten die Adler schnell. Ullmann traf den Pfosten (25.), der ERC wurde bei Kontern gefährlich. Nach 36 Minuten verhinderte Nationaltorwart Endras den Ausgleich, als er einen von Ross abgefälschten Schuss mit dem Schlittschuh wegspitzelte.

Brenzlig wurde es kurz vor der zweiten Pause. Ullmann schob Kapitän Marcus Klink in dessen 500. DEL-Spiel für die Adler verbotener Weise den Schläger zu und musste zu Sinan Akdag auf die Strafbank. Doch Ingolstadt schlug aus einer Minute Fünf gegen Drei keinen Profit. Zwölf Minuten vor dem Ende rissen die Adler die Arme hoch - Tardif fälschte in Überzahl einen Schuss von Robert Raymond unhaltbar ab. Mannheim konzentrierte sich dann zunehmend auf die Defensivarbeit, die Ingolstädter reagierten mit wütenden Angriffen. Zwei Minuten vor dem Ende nahm ERC-Coach Huras Torhüter Timo Pielmeier für einen Feldspieler vom Eis - doch ein Treffer sprang nicht mehr heraus. (dpa)

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