DEL-Play-offs : Dritter Sieg für die Eisbären

Die Eisbären stehen vor dem Einzug ins Halbfinale. Im dritten Spiel der Play-off-Serie siegten sie am Dienstag 7:2 gegen die Hamburg Freezers und führen nun in der "Best-of-seven"-Serie 3:0.

Katrin Schulze
Eishockey Del Playoff 2 7 EHC Eisbaeren Berlin : Hamburg Freezers
Familienfeier. Die Brüder Alexander und Daniel Weiß.Foto: Snaps

Alles war bereitet. Die blauen Polstersitze größtenteils belegt, die Spieler startklar zum ersten Bully. Es passierte – nichts. Die Lichtanlage in der Arena am Ostbahnhof hatte etwas gegen den Beginn der dritten Play-off-Viertelfinalpartie zwischen den Eisbären Berlin und den Hamburg Freezers. Und so marschierten die Teams zunächst einmal zurück in die Kabine, während im Hintergrund emsig an der Elektrik gearbeitet wurde. Erst 22 Minuten später als geplant erstrahlte das Eis in der gewünschten Helligkeit. Allein die Heimmannschaft blieb von dieser Panne gänzlich unbeeindruckt: Beim 7:2 (3:0, 3:2, 1:0) über die Hamburger zeigten die Eisbären ihre bislang stärkste Leistung in der Endrunde um die deutsche Eishockey-Meisterschaft und können die Best-of-seven-Serie bereits am Freitag erfolgreich beenden.

Nach 107 Sekunden bringt Alexander Weiß die Eisbären in Führung

Im Gegensatz zur Halle kam den Eisbären die Erleuchtung sehr schnell: Schon nach 107 Sekunden nutzte Alexander Weiß ein Durcheinander vor dem Hamburger Tor zur 1:0-Führung. Obwohl den Berlinern neben dem Langzeitverletzten Matt McIlvane und Richie Regehr auch Stefan Ustorf fehlte, der an einer Entzündung des Kiefers litt, präsentierten sie sich auch danach aufgeweckter als noch bei der zweiten Viertelfinalpartie am Sonntag, agierten kombinationssicher und schnell vor 13 600 Zuschauern. Weitgehend allein gelassen von seinen Kollegen verhinderte so zunächst nur Hamburgs Torwart Jean-Marc Pelletier einen höheren Rückstand seines Teams. Nachdem er mehrere Schüsse von André Rankel und Mark Beaufait parierte hatte, musste er sich in der 13. Minute erneut geschlagen geben. Tyson Mulock überwand ihn mit einem satten Schuss unter die Latte, bevor auch Beaufait ihn mit einem Schuss durch die Beine austrickste.

Die schnelle Führung nahmen die Anhänger der Eisbären zum Anlass, ihren Gegner frühzeitig von der diesjährigen Saison der Deutschen Eishockey-Liga zu entlassen. Mit den Rufen „Ihr habt noch 100 Minuten“ feierten sie schon mal ihren Halbfinaleinzug. Es blieb ein kurzer Stimmungsüberschwang, denn das 1:3 durch Hamburgs Francois Fortier ließ die Fans auf der Stehtribüne wieder verstummen. Vorübergehend nur. Erst nachdem Berlins Kapitän Steve Walker in der 26. Spielminute das 4:1 für sein Team erzielt hatte, drang wieder zaghafte Häme von den Fans der Gastgeber in Richtung Gegner. Trotzdem schafften es die Gäste, erneut den Anschluss herzustellen: Alexander Barta ließ es sich nicht nehmen, eine Nachlässigkeit seines ehemaligen Klubs zum 2:4 zu nutzen.

Im Mitteldrittel kommen die Freezers noch einmal heran

Nahmen die Eisbären die Freezers nicht ernst? Eisbären-Trainer Don Jackson hatte seine Mannschaft noch vor der Begegnung gewarnt, die Hamburger womöglich zu unterschätzen. „Ich bin mir sicher, dass sie 100 Prozent geben“, sagte er im Hinblick auf die Qualifikationsrunde, in der die Freezers gegen Frankfurt erstmals seit 14 Jahren einen 0:2-Rückstand noch gedreht hatten. Ganz so viel Gegenwehr erwartete die Berliner gestern Abend allerdings nicht. Zwar spielten die Hamburger im Mitteldrittel mit mindestens achtzigprozentigem Einsatz und waren den Berlinern zumindest kämpferisch ebenbürtig, dennoch blieb der spektakulärste Spielzug der Partie den Eisbären überlassen: In Unterzahl baute Daniel Weiß nach einem familieninternen Zusammenspiel mit seinem Bruder Alexander den Vorsprung wieder auf drei Tore aus. Sein Kollege Nathan Robinson ließ das 6:2 folgen.

Jetzt schien auch der Wille der Freezers endgültig gebrochen, was Eisbären-Stürmer André Rankel im letzten Drittel noch die Gelegenheit gab, seinen vierten Play-off-Treffer dieser Saison zu erzielen. Die Geduld, die die Eisbären-Fans vor dem Spiel aufgebracht hatten, zahlte sich aus. Zufrieden wurden sie ins Dunkle der Nacht entlassen.

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