DEL-Play-offs : Eisbären im Halbfinale

Durch einen 4:1-Sieg in Hamburg gewinnen die Berliner zum vierten Mal in der Viertelfinalserie gegen die Freezers und erreichen das Halbfinale. Der Gegner der Berliner steht noch nicht fest.

Claus Vetter[Hamburg]
Hamburg Freezers - Eisbären Berlin
Durchgekämpft. Berlins Roach (r.) holt sich den Puck gegen Aab.Foto: dpa

Da waren sie also, die Fans des deutschen Eishockeymeisters. Damit das auch jeder in der mit 8000 Zuschauern nur zu zwei Dritteln gefüllten Hamburger Arena mitbekam, hatten die Anhänger der Eisbären ein Riesentransparent mitgebracht. So prangte an einer Kurve im Oberrang illustriertes Berliner Selbstbewusstsein. „Hier steht der Meister“ und „wir haben noch lange nicht genug“ war auf dem Riesenbanner zu lesen. Das forsche Auftreten war berechtigt: Tatsächlich ist die Saison für die Eisbären noch nicht zu Ende, für die Hamburg Freezers dagegen seit Freitag schon. Die Berliner gewannen das vierte Spiel der „Best-of-seven“-Serie bei den Freezers 4:1 (1:1, 2:0, 1:0) und qualifizierten sich somit ungeschlagen für das Halbfinale.

André Rankel erzielt seinen fünften Play-off-Treffer

Die erstaunliche Erkenntnis am finalen Erfolg der Eisbären gegen Hamburg war die, dass den Berlinern inzwischen auch eine durchschnittliche Leistung reicht, um ein Team wie die Freezers zu bezwingen. Die Eisbären sprangen nicht höher, als die Hürde Hamburg hoch war: Sie schlamperten sich durch eine Partie, die kaum Play-off-Charakter hatte. Das müde Treiben ging so manchem in der Berliner Delegation lange Zeit an die Nerven. Peter John Lee zum Beispiel. Der Berliner Manager wankte hinter der Plexiglasscheibe an der Bandenumrandung hin- und her und geriet dabei schon mal beängstigend in Schieflage – trotz absoluter Windstille in der Halle.

Erst nach 37 Spielminuten schwankte Lee nicht mehr. Tyson Mulock hatte das 3:1 für die Eisbären erzielt und es war klar, dass die letzten Saisonminuten der Freezers angebrochen waren. Zuvor hatten die Hamburger allerdings gut mitgekämpft. Dem Berliner 1:0 durch André Rankel – schon der fünfte Treffer des Stürmers in den Play-offs - hatte Andy Delmore im Hamburger Powerplay noch im ersten Drittel den Ausgleichstreffer folgen lassen. Im Mittelabschnitt aber brachten sich die Freezers um ihre Chance, die Eisbären noch mehr zu ärgern. Nachdem John Tripp wegen eines hohen Stockes zwei Minuten lang zur Inaktivität verurteilt worden war, traf Denis Pederson zum 2:1. Auch das Tor von Mulock sah sich Tripp wieder von der Strafbank aus an.

Warten auf den Gegner

Damit war klar, dass es in den letzten 20 Spielminuten ein lockeres Auslaufen geben würde, die Berliner übten trotzdem noch mal das Toreschießen. Sven Felski traf zum 4:1. Doch die eigentlichen Höhepunkte hatten sich auf die Ränge verlagert. Die Fans der Freezers sangen: „Hamburg ist viel schöner als Berlin“. Das wiederum konterten rund 500 Berliner Anhänger mit „und morgen könnt ihr zum Fußball gehen“ ab. Muss aber auch nicht passieren. So sagte ein Hamburger Fan schon in Vorahnung vor dem Spiel: „Bis September ist es ja nicht mehr lange.“ Dann beginnt die nächste Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Die Eisbären beschäftigen sich im Gegensatz zu den Hamburgern noch mit der laufenden Saison. Dort geht es für den Meister am Sonntag kommender Woche mit dem ersten Heimspiel in der Halbfinal-Serie weiter. Der Gegner der Eisbären wird noch ausgespielt, da die anderen drei Viertelfinalduelle in der DEL noch nicht entschieden sind.

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