DEL-Play-offs : Eisbären siegen auch in Hamburg

Nach dem Heimsieg am Freitag gelingt den Berlinern auch bei den Hamburg Freezers ein Erfolg. André Rankel schießt in der Verlängerung das entscheidende Tor zum 3:2. Nun führen die Berliner in der Viertelfinalserie 2:0.

Katrin Schulze[Hamburg]
DEL 08 09 - Play-Off - Hamburg Freezers vs. Eisbaeren Berlin Foto: Fishing4
Hartes Gerangel. Zweikampf zwischen Smyth (Hamburg, links) und Felski (Berlin).Foto: Fishing4

Einen Hang zur großen Inszenierung haben sie beim Hamburger Eishockey. Da steuert ein Mann in Frack und Zylinder die Eismaschine, da wird eine Winterlandschaft mit künstlichem Schneefall simuliert und ein Feuerwerk abgebrannt. Zum Höhepunkt seilt sich dann noch das maskierte Maskottchen bühnenreif vom Hallendach der Arena ab. Es ist eine der aufwändigsten Shows in der Deutschen-Eishockey-Liga, die sich die Hamburg Freezers vor ihren Heimspielen leisten. Die Play-off-Viertelfinalpartie am Sonntagnachmittag stand diesem gewaltigen Auftakt kaum nach: Die Eisbären gewannen ein packendes und abwechslungsreiches Match gegen die Freezers mit 3:2 (0:1, 0:0, 2:1/1:0) nach Verlängerung.

Dabei brauchten die Gäste ganze 78 Spielminuten, um ihre Führung in der Best-of-seven-Serie auf 2:0 auszubauen. Insgesamt boten beide Teams den 6835 Zuschauern in der Hamburger Arena damit fast ein dreistündiges Spektakel. „Ich habe noch nie vier Drittel gespielt“, sagte der erschöpfte Siegtorschütze André Rankel. „In der Verlängerung haben wir richtig gut aufgespielt, allerdings haben wir uns zum Anfang sehr schwer getan. “

In der Tat präsentierten sich die Hamburger zunächst aufgeweckter – und das, obwohl sie gestern bereits ihre siebte Begegnung innerhalb von elf Tagen absolvierten. Auf eventuelle Ermüdungserscheinungen der Freezers warteten die Eisbären jedoch vergebens. Im Gegenteil: Das muntere und kompakte Auftreten seiner Mannschaft nutzte Hamburgs Peter Sarno in der zwölften Minute nach schönem Zuspiel von John Tripp zum 1:0.

Lange führen die Freezers 1:0

Die Eisbären durften sich danach bei ihrem Torwart Rob Zepp bedanken, dass sie in zahlreichen Unterzahlsituationen nicht noch höher in Rückstand gerieten. Erst mit Beginn des Schlussdrittels wussten sie mit dem Druck des willensstarken Gegners umzugehen und initiierten mit einem engagierten Auftritt eine dramatische Schlussphase. Innerhalb von nur 24 Sekunden sorgten Andy Roach und Florian Busch in der 49. Minute für die Berliner Führung. Nicht nur Eisbären-Trainer Don Jackson sah von da an „eine hochklassige Begegnung zweier gleich starker Mannschaften“, die von einem ständigen Auf und Ab auf geprägt war. Und Freezers-Verteidiger Paul Manning blieb es schließlich überlassen, die Zuschauer mit einer Zugabe dieser Spielkunst zu erfreuen: In der 52. Minute bescherte er den erneuten Ausgleich – und die Verlängerung.

Im Powerplay gelingt Rankel die Entscheidung

Es schien, als warteten die Eisbären geradezu auf diesen dramatischen Höhepunkt, denn nun übernahmen sie die Regie auf der Hamburger Eishockey-Bühne. Sie erarbeiteten sich Chance um Chance und setzten den starken Jean-Marc Pelletier im Hamburger Tor zunehmend unter Druck. Doch auch die Hamburger wussten ein weiteres Überzahlspiel in aussichtsreiche Gelegenheiten umzuwandeln – ebenso vergebens. So rückte die Schlusssirene der ersten Verlängerung schon bedrohlich nahe, als Berlins Angreifer André Rankel nach Vorlage von Mark Beaufait den Puck im Powerplay doch noch ins Tor beförderte und kurz darauf eine Traube jubelnder Eisbären-Profis um sich herum versammelte. Das Ende eines Spiels, das kaum besser hätte inszeniert werden können.

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