Sport : DEL-Playoffs: Haie scheitern an einem Dorfklub

Die Fans waren geschockt, Spieler und Trainer fassungslos. Der Hannoveraner Wladislaw Boulin schoss die Kölner Haie nach 140 Sekunden der Verlängerung aus den Play-offs der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Aus der Traum vom achten Meistertitel, dazu beklagen die Kölner einen Einnahmeverlust von über einer Million Mark. Zum vierten Mal in den vergangenen fünf Jahren blieb das Starensemble vom Rhein im Viertelfinale auf der Strecke. Und das gegen den im Landkreis Mellendorf beheimateten Dorfklub Hannover Scorpions.

"Es hat nicht sein sollen", klagte Kölns Trainer und Sportdirektor Lance Nethery. Der Kanadier, mit Mannheim von 1997 bis 1999 dreimal Titelgewinner, kehrte während der Saison für Bob Leslie an die Bande zurück und hat trotz optimaler sportlicher und wirtschaftlicher Bedingungen aus den teuren Stars kein Meisterteam gemacht. "Der Trainerwechsel hat nichts gebracht", sagte Nethery. Noch in dieser Woche sollen große personelle Veränderungen vorgenommen werden, "und harte Entscheidungen sind nicht auszuschließen". Fest steht der Abschied von Stürmer Sergio Momesso und Torwart Joseph Heiß, der sich nach 13 Jahren und 697 Spielen für Köln mit Tränen in den Augen bei den Fans bedankte und nun beim Zweitligisten SC Riessersee eine neue Aufgabe sucht.

Bei den Scorpions hielt sich der Jubel in Grenzen. "Wir hatten heute Glück, waren in den drei Spielen aber besser", sagte Trainer Olle Öst. Ganz anders als der nüchterne Schwede trat Hannovers sportlicher Leiter Eric Haselbacher auf: Wegen obszöner Gesten gegenüber den Kölnern erhielt er in der Pause zum Schlussdrittel Hallenverbot.

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